Am Karfreitag in den Urlaub zu fahren, erschien mir eine gute Idee. Es sollte nur nicht in Richtung Süden gehen, da der Osterverkehr am Gotthard am Mittwoch und Donnerstag schon mehr als zwei Stunden Zeitverzögerung betrug und für den Freitag noch deutlich mehr prophezeit wurde. Ich lud also am Morgen Otis voll – was für ein tolles Gefühl nach so langer Zeit. Während um mich herum die Hühner puckerten und die Katzen entlang schlichen, war ich bereit für die Abfahrt.
Allen hatte sich am Morgen auf den Weg nach Frankreich gemacht. Kurzerhand fragte ich ihn, ob er durch den Schwarzwald fahren würde. Also suchte ich einen Wanderparkplatz in einem kleinen Ort raus, fuhr zwei Stunden dorthin und startete zunächst auf eine Wanderung. Hier begann die Hühnerrunde. Es war magisch schönes Wetter. Der Parkplatz gerammelt voll. Viele Menschen traf ich trotzdem nicht.


Zunächst ging es auf einem kleinen, idyllischen Weg am Bach entlang. Dann stetig bergauf durch den Wald. Der Frühling explodierte. Kleine grüne Knospen an den Büschen und Bäumen, Kirschblüte und Weißdorn. Windröschen und Leberblümchen waren schon fast wieder verblüht. Es ist und bleibt meine liebste Jahreszeit. Diese Gefühl, wenn alles um einen herum erwacht.





Auf meinem Genießerpfad genoss ich also in vollen Zügen. Es ging bergauf und auf der anderen Seite wieder bergab. Zwischendurch hätte ich mir eine kleine Erfrischung gönnen können, aber ich wollte nichts von den Schorlen und Bier, wo ich doch mein Wasser dabei hatte. Auf dem Rundweg scheuchte ich dann aus Versehen noch zwei Schwarzspechte, direkt vor mir, auf. Laut alarmschlagend waren sie dann schnell von dannen.
Dann führte mich der Weg noch an einem kleinen Bach entlang. Das Plätschern beruhigte mich. Ich verweilte kurz auf einer Bank in der Sonne und telefonierte mit meiner Mutter. Dann ging es bei leisem Gluckern weiter zurück zum Auto.


Auf dem Parkplatz warte ich nicht mehr lange, bis Allen eintraf. Es war eine große Freude ihn und seine Hündin zu sehen. Ein kurzes Update, einen Tee/Kaffee und schon zogen wir beide weiter. Für mich ging es noch nach Frankreich, für ihn auch. Allerdings hatte ich es nicht mehr allzu weit, während er noch in den Süden fuhr.
