Wieder neu

Vor einem Jahr bin ich in diese kleine Wohnung gezogen. Hab sie sehr lieb gewonnen und das obwohl wenig Platz darin war. Hatte Besuch empfangen, war wenig Zuhause und doch immer gerne. Letzte Woche habe ich angefangen Umzugskartons zu packen. Ein bisschen Zeit in der Wohnung verbracht und gemerkt, ich mag es hier schon sehr gerne. Ich werde die Nähe zum Wasser vermissen (4 Minuten Gehweg ist einfach nicht zu toppen). Aber zum See komm ich auch weiterhin, mit dem Rad zum Beispiel. Ich werde es vielleicht auch vermissen alleine zu wohnen. Aber in stressigen Arbeitswochen ist es auch schön jemanden da zu haben. Ich werde den kurzen Weg zum Gemüselädchen vermissen. Aber vielleicht lässt sich das im Sommer mit einem kleinen Bad im See vereinbaren.

Umzugskisten zu packen bedeutet auch herauszufinden, was man mitnehmen möchte und was bleiben soll. Was weg kann, was verkauft oder verschenkt wird. Ich habe einige Sachen gefunden, die mich in den Sommer 2024 zurückversetzt haben. Briefe, Bilder. Und ich war für eine Stunde wieder ganz drin im Gefühl von Wut und Traurigkeit. Aber das hat zum Glück nicht lange angehalten. Ich konnte mich sogar von einigen diesen Dingen gut befreien.

Am Wochenende haben wir einen Großteil der Kisten in die neue Wohnung gebracht. Es ist verrückt wie häufig ich in den letzten Monaten hier war und wie ich mich nun doch erst einmal einfinden muss. Neuorganisation der Küche, wo kommt was hin. Ich verlasse meine alte Wohnung auf jeden Fall mit einem weinenden Auge. Aber als ich am Samstagabend auf den Hof gefahren bin und das Waldkäuzchen gerufen hat, wusste ich, ich werd’s hier gut haben.

Es ist wieder ein neuer Abschnitt im Leben. Mit jemanden zusammen zu ziehen. Ich weiß, dass ich auch gut alleine wohnen kann. Dass ich manchmal die Ruhe sogar sehr brauche. Aber es ist auch schön, nach einem langem Arbeitstag nach Hause zu kommen und sich mal kurz über die Arbeit zu beschweren ohne jemanden anrufen zu müssen oder noch irgendwo hin zu fahren. Es ist auch schön wieder Kartoffelpfannen für jemanden zu kochen. Und dafür nicht mehr einkaufen gehen zu müssen.

Und dann „nach Hause“ zu kommen (klingt noch etwas komisch bei einer neuen Wohnung), begrüßt zu werden von Kater und Katervater hat auch was sehr wohltuendes.

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