Kleines Hamsterrad

Du hast doch freitags frei, sagen die Leute. Ja, aber das heißt nicht, dass ich entspannen kann. Der letzte und dieser Freitag werden zu Arbeitstagen für die Selbstständigkeit. Unendlich viel, was es noch zu organisieren gibt und dann klappt das meiste nicht. Meine Kollegin hat schon gemacht, dass man in der Zeit hauptsächlich eins lernt: Das nicht alles sofort funktioniert und man sich in Akzeptanz üben muss. Meine To-Do-Liste wird statt länger immer kürzer. Mein Körper ist mittlerweile im Dauerstress. Nach den langen Arbeitstagen in der Klinik geht es entweder in die Halle (um ein bisschen Ausgleich zu finden) oder an den Schreibtisch für’s Organisieren.

Ich muss nur noch 5 Tage in diesem Jahr arbeiten. Darüber bin ich enorm froh. Es hat mich einige Zeit gekostet herauszufinden, was ich an Weihnachten machen möchte. Der ursprüngliche Plan 3 Wochen zum Bouldern nach Spanien zu fahren, hat sich zerschlagen, weil K. erst nach Weihnachten fährt. Also fahr ich kurz vor Weihnachten in die Heimat und verbringe dort eine Woche mit meiner Familie. Freund:innen sind überall aber nicht in der Heimat. Dann überlege ich noch für ein bis zwei Nächte in den Harz oder in Hessen zwischenzustoppen, bevor ich dann wahrscheinlich wieder nach Hause fahre.

Auch das ist irgendwie Organisation. Und Organisation habe ich gerade so viel. Ich bin einfach müde von all dem und hoffe, dass das Jahresende jetzt ruhiger wird. Da ich merke, dass es mich so viel Energie zieht, versuche ich alle Dinge sehr langsam zu machen. Ich koche mit Tee und mache in den drei Minuten, wo er zieht, mal nichts. Oder ich bleibe auf dem Weg zum Einkaufen bei den Schafis stehen. Auf dem Weg hör ich ganz bewusst, wie das Rotkehlchen im Baum singt. Und das Wochenende ist jetzt mal nur für mich. Kein Rausfahren, kein Besuch.

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