Spaziergang

Warme Körper in dicken Jacken. Raus traut sich nur, wer muss. Der Nebel hängt tief am anderen Ufer. Der See nur leicht gekräuselt, wie die Lippen bei einem heimlichen Lächeln. Lichter in den Stuben, Rauch aus den Schornsteinen. Leises Piepsen in den Feldern. Alles stillgelegt für den Winter. Keine Boote mehr im Wasser, kein Gemüse mehr auf den Feldern.

Die Wintergäste trudeln ein: Bergfinken, Brachvögel, Kolbenenten, Reiherenten, Tafelenten. Graureiher stehen stock und starr, versuchen sich nicht zu regen, um nicht gesehen zu werden. Der Eisvogel starrt ins Wasser. Sucht nach Fischchen.

Die Krähen jagen die Brachvögel fort. Der Falke die Finken und Stieglitze. Wenn ich sie fliegen sehe, jagt es mir die trüben Gedanken weg. Wenn ich sie piepsen, schnattern, tackern, singen oder schreien höre, schleicht sich das heimliche Lächeln auf meine Lippen. Das, was auch der See im Moment zeigt.

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