Am Freitag stand ich im Stau vor dem Gotthardtunnel. 300 Meter vor der Ausfahrt zum Pass. Es ging nichts mehr. Dementsprechend froh war ich dann, als ich endlich abbiegen konnte und mich mit den unzähligen anderen Menschen hinauf auf den Gotthard geschlängelt habe. Oben wartete K bereits auf mich. Da wir beide krank waren, würde das kein Boulder- oder Wanderwochenende werden. Aber ein Krankenlager auf dem Götti – es könnte schlimmer sein.
Samstag bin ich frühs auf und habe das noch kühle Wetter genossen, um ein bisschen spazieren zu gehen. Vorbei an den bekannten Bouldern (Umpa Lumpa und Blondie), dann auf dem Wanderweg auf der anderen Seite des Flusses wieder zurück. Es war voll hier oben. Die Leute wissen, wo es schön ist. Das kleine Murmeltier von gestern Abend hab ich leider nicht mehr gesehen, aber dafür den kleinen fedrigen Freund.
Überhaupt piept es hier an jeder Ecke und ich bin mit meinem Fernglas nicht schnell genug, um herauszufinden, wer da gerade Terz macht.
Am Samstagmittag kommen Mä und Y dazu. Wir parkieren noch einmal um, hoch an den Stausee. Und dann sind wir alle ratlos. Die Mittagshitze knallt, wir haben alle keine Lust warmen Fels anzufassen. Für Wandern bin ich auch noch nicht zu haben. Außerdem staute sich die Verkehrssituation bis zum Andermatt runter, da überleg ich glatt, ob ich nicht heute Abend wieder fahren soll. Also hängen wir erstmal ein paar Stunden rum. Schauen die Kühe und die Wanderer an und jeder geht seinen Dingen nach.



Um 15:30 Uhr hat mich Y soweit, dass ich mich mit zur Wanderung auf mache. Die 5-Seen-Wanderung ist mir bereits bekannt. Ich weiß also, was auf mich zu kommt. Hätte mich nicht überreden lassen sollen, denn beim Anstieg oberhalb des Stausees muss ich auf halber Höhe umdrehen. Meine Lunge macht wegen der Erkältung noch nicht wieder mit. Y muss alleine weiterziehen. Ich genieße zumindest noch kurz den Blick auf die Gipfel und den Lago und mache mich dann wieder zurück auf den Weg zu K und Mä.
Beide sitzen entspannt vor und im Camper. Es hat sich nichts getan, seitdem ich losgelaufen bin. Wir quatschen noch ein bisschen und rangeln die Kühe weg, die sich leider an unseren Autos schubbern. Kuh-Kratzer machen sich bestimmt gut, wenn man sein Auto verkaufen will. Bin aber selber Schuld. Als Y wieder zu uns stößt, beschließen wir wieder zu fahren. Der Rest des Invalidenlagers bleibt noch auf dem Götti zurück und lauscht den Kuhglocken.


