Der Regen prasselt mir ins Gesicht, als ich in den Wald fahre. Er durchnässte mich schon seit einer Dreiviertelstunde Fahrradtour. Wieder kein Stop am Ried. Wieder keine Vögel beobachten. Ich steige vom Rad und schiebe. Liebe das Geräusch von Regentropfen auf den Blättern. Es hört auf zu regnen. Der steinige Waldweg knirscht unter mir und dem Fahrrad. Von irgendwoher schreit mich ein Greifvogel an. Packe die Kamera aus, schaue mich um.
Nasse Bäume, nasse Pflanzen, Schnecken, Käfer und Bienen. Alle vom Regen überrascht. Finde kein gescheites Motiv und laufe weiter. In meinem Kopf ordnet sich alles neu. In den letzten Tagen war’s zu wuselig da drin. Weil ich eine Vermeiderin bin habe ich mich in Arbeit und Sport versunken. Mein Körper hat mir jetzt aber signalisiert, das ich kürzer treten muss, das ich nicht immer vermeiden kann.
Mir kommen Leute mit Pferden entgegen. Es riecht nach Kindheit. Das gleichmäßige Hufgeräusche, das leise Schnauben. Vielleicht sollte ich wieder mit dem Reiten anfangen, anstatt mir den Körper beim Bouldern kaputt zu machen. Vielleicht sollte ich generell überlegen, was ich eigentlich will in meinem Leben. Es kann doch nicht so schwer sein zu wissen, wohin die Reise gehen soll. Und doch ist das ein riesiges Problem. Das Nirgends-Ankommen, das Niemandem-Vertrauen. Sich immer zurückziehen und fern halten von Menschen. Alles an Beziehungen oberflächlich halten. Könnte ja jemand hintergucken und mich entdecken. Mich wirklich sehen. Und ich will nicht gesehen werden. Nur manchmal, ganz vielleicht.

Auch ein Fräulein Klitzeklein muss mal gesehen werden. „Manchmal, ganz vielleicht“. 🙂
Ich denke, es ist beinahe wichtiger zu wissen, wo die Reise nicht hingehen soll als wohin es gehen soll. Der Rest kommt eh auf einen zu. 🙂
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Da ist so viel wahres dran. Wo es nicht hingehen soll, habe ich zumindest glaube ich schon ganz gut für mich herausgefunden. 🙂
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Hallo, hallo, also Fahrrad und Käsekuchen Hmmm ….. Dass du nicht gesehen werden willst, ist aber sehr ungewöhnlich. Die meisten Leute fühlen sich zu wenig gesehen …. Jedenfalls liebe Grüße !
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Hallo 🙂
Das stimmt, ein spannender Gedanke. Ich glaube, ich möchte lieber unentdeckt bleiben mit meinem Inneren. Denn wer tief drin gesehen wird, macht sich auch verletzlich.
Liebe Grüße!
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Verletzlich, ja, aber auch stark
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