Kein Stau bei Züri, kein Stau im Gotthard. Freitagabend auf den Parkplatz im Schattental fahren. Es schneit. Dabei wollten wir doch Sonne und trockene Felsen. Nach dem Abendsnack geht’s auch schon direkt ins Bett. Am nächsten Morgen alles vereist. Eine Tasse Tee, ein kurzes Eisbad im Fluss für M³, dann fahren wir weiter. Und da ist die Sonne, zaghaft hinter Wolken, aber sie kommt. Wir raffen uns auf. Mit 12 Kilo Crash Pad auf dem Rücken, 5 Kilo Rucksack vor der Brust und Muskelkater in den Beinen geht’s den Berg hinauf. Steil hinauf für ca. 30 Min. Eigentlich bin ich jetzt schon k.o.
Heute ein bisschen Quatsch bouldern. Es locker angehen lassen. Mal Dinge ausprobieren, die mir sonst nicht so liegen und die ich immer vermeide. Vermeiden will ich heute nichts. Was vor allem genossen wird ist die Bewegung, die nette Gesellschaft und die Sonne.
Am Sonntag wird dann erstmal gemütlich in den Tag gestartet. Mit Tee, Porridge und ganz viel Sonne. Neben uns auf dem Parkplatz wird es immer voller. Die Boulder:innen starten zum Zustieg ins Gebiet. Wir bleiben einfach sitzen. Motiviert für den Aufstieg bin ich auch nicht. Aber an den Fels will ich. Also täglich grüßt das Murmeltier: Crash Pads auf den Rücken (meine Schultern schreien hurra!) und den Rucksack vorne vor. 30 Minuten den Berg hinauf, heute noch langsamer als gestern. Meine Oberschenkel brennen.
Oben muss ich erstmal kurz Pause machen, reihe mich in die Bouldergruppe ein. Warte bis ich dran bin, gebe auf. Liege zwei Stunden in der Sonne, während sich M³ im Schatten abmüht eine Lösung für sein Problem zu finden. Als ich das nächste Mal die Augen öffne, sehe ich dieses Lächeln. Ich lächle zurück, stehe auf. Gehe in den Boulder, bei dem ich vorhin aufgegeben habe und schaff’s. Es ist mittlerweile Nachmittag und wir wollen in 30 Minuten zurück zum Bus. Nach 30 Minuten wollen wir nach 30 Minuten zum Bus zurück. Und nach 30 Minuten nach 30 Minuten. Wir haben uns im Boulder festgebissen. Beißen auf Stein, schaffen’s beide nicht ihn zu knacken. Aber sind immerhin zu zweit.

