In mir ist seit Monaten regnerischer, nasskalter, grauer Herbst. Ironischerweise war in mir Frühling, als es im Draußenherbst echter Herbst war. Jetzt hat sich das Wetter und mein Wohlbefinden wieder zu einem grauen Klumpen gemischt. Nach dem letzte halben Jahr sei es kein Wunder, dass meine Stimmung einem ungeliebten Herbsttages gleicht, sagen meine Freunde. Man darf auch mal schlechte Gefühle zulassen. Man darf auch mal schlechte Tage haben, sagt die Psychotherapeutin in mir. Weiß ich also alles. Macht’s aber nicht besser, das zu wissen.
Langsam aber sicher nähere ich mich vielleicht wieder einem Normalzustand an. Habe mich schwer getan mit all dem Kram, den ich aufgeladen hatte. Mir Probleme geschaffen, wo keine sind. Ich muss ja nicht wirklich darüber nachdenken, was mit meinem Job passiert. Oder neben wem ich schlafen will. Zumindest muss ich das eigentlich nicht JETZT entscheiden. Aber vielleicht ist das ein Zeichen dafür, dass ich mich mit der Situation nicht gut fühle. Und ich habe gelernt, wenn man sich nicht gut fühlt mit etwas, dann muss man es ändern.
Also habe ich auf meinen Freund gehört, der mir geraten hat, die Problembereiche nach Schwierigkeiten zu ordnen. Und sie dann der Reihe nach anzugehen. Hat so halb geklappt.
Jobtechnisch habe ich entschieden. Mich lange damit herumgeschlagen, weil woher soll ich wissen, ob das die richtige Entscheidung ist? Aber als die Entscheidung getroffen war, habe ich gemerkt, dass ich das eigentlich schon die ganze Zeit so vor hatte. Eigentlich hatte mich nur die Sorge und der Überredungsversuch meiner Kollegin davon abgehalten, das so umzusetzen. Ich fahre also wieder klare Linie.
Was man im Bezug auf M³ nicht behaupten kann. Da schlängle ich seit zwei Wochen im Kreis. Halte mal meine Hand hin und ziehe sie dann wieder weg. Das ist unfair, und das weiß ich. Also habe ich auch hier eine Entscheidung getroffen: Die Stabilität, die ich gerade brauche, finde ich nicht. Ich strecke meine Hand nicht mehr aus.
Bleibt nur noch das Wohnungsthema. Wohnungen finden vor Weihnachten, am Bodensee, bezahlbar, mit möglichst wenig Abstrichen ist unmöglich. Aber hierauf habe ich keinen Einfluss und deswegen fühlt es sich gerade nicht wie ein Verharren an, sondern ein bisschen mehr wie ein Aushalten.
Draußen ist also Winter. Meine Jahreszeiten in mir sind aus dem Lot geraten. Nach dem Herbst kam kurzer Frühling und dann wieder hässlicher Herbst. Jetzt gerade fühlt es sich ein bisschen wie angehender Winter an. Und das ist gut so, denn ich mag den Winter. Vielleicht springt der Jahreszeitenkalender ja auch bald wieder in den Frühling, denn die Arbeitstage bis Weihnachten sind gezählt und die Familie und Freund*innen warten in der Heimat auf Besuch von mir.