Gerade ertönt an jeder Ecke, in gefühlt jedem Busch, das Lied der Nachtigall. Einen Morgen war ich draußen, nur für die Nachtigall. Ich wollte sie unbedingt aufs Foto bekommen und was soll ich sage? Es ist mir gelungen. Dabei habe ich beobachtet, dass die Nachtigallen unter sich ganz unterschiedlich sind. Manche waren so scheu, dass sie sofort weg waren, bevor man sie überhaupt richtig angeschaut hatte. Oder gar bevor man sie überhaupt im Gestrüpp ausgemacht hat. Zu überhören waren sie jedoch nie. Andere blieben sehr lange sitzen und ließen sich durch die Zweige hindurch gut ablichten. Das war ein magischer Morgen.
Alle Nachtigallen, die jetzt noch singen, haben noch keinen Partner gefunden. Laut dem NABU gibt es aktuell noch 95.000 Brutpaare in Deutschland. In Niedersachsen waren mir die Nachtigallen bis dahin noch nicht untergekommen. Umso glücklicher war ich, dass sie hier am Bodensee so zahlreich vertreten scheinen. Unscheinbar im Aussehen, aber die Stimme, unverkennbar. Laut und durchdringend.
Die Nachtigall singt übrigens nicht nur nachts. Gerade hört man sie beinahe den ganzen Tag, selbst am späten Nachmittag. Jede Nachtigall hat ihren „festen Platz“, also ein Revier, was sie belegt. Das habe ich mittlerweile auch schon sehr gut beobachten können. Immer singt und dröhnt es aus dem Ästen, immer an den gleichen Stellen. Mir hat der kleine Vogel es aus jeden Fall angetan, auch wenn es schwierig ist, bei ihrem Gesang noch etwas anderes zu hören.


