Als Südniedersächsin ist mir Karneval und Fasching fremd. Das letzte Mal verkleidet habe ich mich vielleicht in der Grundschule, also vor vielen Jahren. Ein richtiges Karnevalsfest wie es das in Köln oder sonst entlang des Rheins gibt, war mir immer unverständlich. Nun lebe ich in einer Fasnachts-Hochburg. Schon am schmutzigen Donnerstag ging der Spaß um 6 Uhr mit dem Wecken los. Wagen um Wagen fuhren sie durch die Straßen und warfen die Leute aus den Betten. Als ich um 14 Uhr von der Arbeit kam, hatte sich am Zustand nicht viel geändert. Der Zug war brechend voll, weil alle nach Konstanz rein wollten. Zuhause vibrierten vom Bass die Scheiben. Freitag und Samstag hatten wir Ruhe, doch heute starteten überall wieder die Umzüge.
Auf der Insel Reichenau gab es dieses Jahr ein Jubiläumsumzug. 1.300 Jahre Reichenau. Aufgestellt am Straßenrand, so wie ich das aus meiner Kindheit nur von Schützenfestumzügen kannte, warteten wir auf das, was uns da bevorstand. Und was war das? Gute Laune der Menschen, kreative Kostüme und Wägen, viel Musik aus Boxen und live Musik von Blaskapellen. Ach ja und freudiges Winken mit dem lauten Ausruf „Ho Narro!“. Bonbons, Lollis, Popcorn flogen, Kartoffeln und Wurst wurden verteilt. Es fühlte sich doch tatsächlich etwas wie Kindheit an. Auch wenn ich mit diesem Brauch nicht warm werde und es mir weiterhin etwas unverständlich bleibt, warum erwachsene Menschen tagelang in Kostümen sehr alkoholisiert durch die Gegend laufen. Aber manche Dinge muss ich wohl auch einfach nicht verstehen.





I lived on Bodensee many years ago. It’s a lovely part of the world but I wasn’t a fan of Carnival.
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Me neither 😉
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