8 Uhr los fahren ist eigentlich gar nicht unsere Zeit. In den letzten Tagen sind wir um diese Uhrzeit meistens schon ein drittel des Berges hinauf gekraxelt. Manchmal lagen wir aber auch noch im Bett. Falls letzteres der Fall war, hatten wir dann aber den ganzen Tag nichts mehr unternommen. Mit dem Brötchenkorb vom Campingplatz im Schoß hielt ich mich krampfhaft am Sitz fest. Die Straße zur Leppner Alm hinauf glich auf den letzten hundert Metern nämlich einer Schotterpiste. Sie glich nicht nur einer, sie war eine. Wenn unser Bus angestrengt ist, bin ich es auch. Durchgeschwitzt kamen wir aber zum Glück alle oben an. Vom Parkplatz der Leppner Alm startete unsere Wanderung auf den Scharnik, der hier als der Hausberg bekannt war.


Bei Wanderungen, die als schwarzer Weg markiert sind, bin ich ja immer besonders skeptisch. Schon oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Österreicher ihre Wanderwege sehr gut einschätzen können. Wenn der Weg also schwarz ist, dann gibt es Kletterpassagen oder zumindest schwierige Stellen zu meistern. Heute hatte ich da gar keine Ambitionen zu. Da der Weg zur Mokarspitze allerdings auch als schwarz angekreidet war, ließ ich mich überreden, zumindest einen Teil des Weges mitzukommen. Und zuerst einmal ging alles ja auch sehr easy los. Blick auf die Dolomiten, wie immer die Durchquerung der Kuhweide, an der Almhütte vorbei und bis zum See. Hier hatte man dann schon einige Höhenmeter gemacht. Der Aufstieg begann jetzt allerdings erst so richtig.




Ich schaffte es bis kurz unterhalb des Gipfels. Auf dem Kamm suchte ich mir einen kleinen, sonnigen Stein und schaute in die Landschaft, während M sich auf den Gipfel kämpfte. Noch einmal Sonne genießen, bevor der Wetterumschwung kam. Man merkte es bereits an der diesigen Sicht. Es war absolut still hier oben, bis auf der Ruf des Milans und das Blöken der Schafe im Tal. Trotzdem wir erst relativ spät gestartet waren, waren kaum Menschen unterwegs. Sie tummelten sich dann später beim Abstieg alle auf der Almhütte. Kärnten scheint wunderschön zu sein. Ein Tag reicht nicht zur Erkundung. Ich mache mir mal ein Kreuzchen auf der Landkarte.