Gegenwind

Ich habe eine Postkarte auf der steht: Rausgehen ist wie Fenster auf machen. Nur krasser. So fühle ich mich im Moment. Es reicht einfach nicht, „nur“ das Fenster aufzureißen. Nein, es muss der Schritt vor die Tür sein. Jeden Tag. Wenigstens ein paar Minuten.

Während jetzt am Wochenende wieder Seminare anstehen, werde ich gleichzeitig packen für meine Geburtstagsreise dieses Jahr. Seit ein paar Jahren versuche ich nicht nur an Weihnachten zu fliehen, sondern eben auch an meinem Geburtstag. Letztes Jahr war ich am Bodensee mit der Familie und davor das Jahr in Wien. Dieses Mal geht es ein bisschen weiter weg – wieder rein ins Flugzeug.

Allerdings ist die Reise auch irgendwie mit Bauchweh verbunden. Über Ostern konnte ich Abstand zu der Situation mit dem neuen Typen schaffen. Ich habe reflektiert und nachgespürt und ehrlich gesagt nichts gefunden. Keine Gefühle. Da war nichts. Außer die Freude endlich wieder ein bisschen „freier“ zu sein. Zeit für mich zu haben. Ich werde das ganze weiter beobachten. Die nächsten Tage und die Zeit im Urlaub, in den er mitreisen wird.

Die Situation lässt mich derzeit nicht wirklich los. Ich fühl mich unwohl damit. Deswegen steige ich so oft es geht aufs Rad, trete in die Pedale und versuche den Kopf frei zu bekommen. Der Gegenwind ist mein Feind. Nicht nur beim Radfahren. Lasse die Anstrengung die Gedanken wegpusten, mache kleine Pausen an den schönsten Orten auf dem Weg und freue mich, das es draußen krasser ist, als das Fenster aufzumachen.

Rad

2 replies to “Gegenwind

  1. Das klingt gut. Das mit dem rausgehen natürlich. Das mit dem Typen weniger. Aber so ist nun mal das Leben. Und lieber so, als unreflektiert, aber unglücklich weiterzumachen. Wie auch immer das weitergehen wird, ich denke, du triffst die richtigen Entscheidungen.

    Ich bin irgendwie froh, ein neues Rad für Lübeck gekauft und endlich meinen Frieden mit dem radeln gemacht zu haben. Sonst war immer irgendwas (klappriges Fahrrad oder klappriger Körper). Aber im Moment reiße ich jeden Tag meine 14km durch die Fahrt zur und von der Uni ab, und es tut unfassbar gut!
    Einen schönen Urlaub ❤️

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    1. Da hast du Recht. Das Leben macht komische Sachen und da muss man leider durch, auch wenn es einem selber damit nicht so gut geht- bzw. schnell ein schlechtes Gewissen da ist.

      Wie schön! An der Ostsee fahre ich auch immer gerne Rad, allerdings ist bei euch der Gegenwind ja wirklich ein noch viel größerer Feind als hier bei uns in der Mitte Deutschlands :p

      Danke dir! Dir ein schönes Wochenende! ❤

      Gefällt 1 Person

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