Feeling

Am Wochenende lagerten sich sämtliche Gefühle in meiner Brust. Vor allem aber eines, was ich nicht zu eliminieren wusste. Hartnäckig klebte es irgendwo in meinem Körper, die dazu gehörigen Stimmen echoten in meinem Kopf. Dabei war das Wochenende wunderschön. Am Freitagabend schaltete ich mich aus der „Was machen wir heute noch?“-Gruppe aus und setze mich vor die Play Station. Samstag begann früh. Während ich die beiden Menschen beim Frühstück beobachtete, machte sich zum ersten Mal das Gefühl breit. Es kitzelte mich nervtötend. So als müsse man niesen, aber nichts passiert.

Während des Geburtstagkuchenessens meines Bruders wurde es noch einmal ein bisschen penetranter. Langsam konnte ich nicht mehr wegfühlen. Abends saß ich geistesabwesend beim super leckeren Curry und starrte die anderen an. Wieso können sich andere so gut in Gruppen integrieren? Warum schaffe ich das so selten? Und weil das Gefühl mittlerweile so stark war, fragte ich mich auch gleich mit, ob ich überhaupt schon mal was richtig gemacht hatte. Insuffizienzgefühl. Unzulänglichkeit. Unvermögen. Funktionsschwäche. Fehlende Leistungsfähigkeit.

Leider krabbelte es am Sonntag direkt wieder in meinen Körper. Es hatte es sich dort schon sehr gemütlich gemacht. Nichts was mich beruhigen konnte und ständig die Frage, ob nicht alles zerfällt oder gegen die Wand fährt, sobald ich es anfasse. Ein bisschen Narzissmus kam dann auch noch dazu, denn wie das immer so ist, die eigenen Sorgen und Probleme werden zumeist nicht von den anderen verstanden. Wie denn auch, wenn man sich selbst nicht mal versteht.

Es gab keinen Auslöser für diesen Gefühlssturm. Lange habe ich versucht herauszufinden, was ich an dieser Stelle brauche. Was mir gut tut. Letztendlich war es sehr einfach. Nämlich ein bisschen Auszeit. Sonne tanken, wandern gehen und Zeit mit der Familie verbringen. Den Ausblick genießen, frische Luft atmen.
Denn irgendwann kommen auch wieder bessere Gefühlszeiten.

hessen

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