Morgengrauen [Köln]

5:30 Uhr rein in den Zug. Ich verfluchte insgeheim meinen Oberarzt, der uns dies Fortbildung aufgebrummt hatte. Stundenlanges fahren und umsteigen in der Großstadt Hessens. Die Bahnhofshalle ist dunkel, es ist kalt, die Menschen hetzen von einem Gleis zum anderen. Beim Verlassen der Stadt glitzert der Main im Morgengrauen. Der Fluss, ein ganz anderer, ist auch mit das Erste, was ich in Köln bewusst wahrnehme.

Ich weiß nicht warum, aber mit Köln wurde ich bisher nie richtig warm. Während ich dem Ruhrpott mit seiner einzigartigen Hässlichkeit so positiv gegenüber bin, ist mir Köln im Rheinland einfach suspekt. Eigentlich ist die Stadt ganz nett. Viele hübsche Orte, groß und viele bunte Menschen. Und es gibt Wasser. Flüsse sind immer gut. Aber es passt nicht so recht. Jedes Mal wenn ich hier bin, dann stört mich irgendetwas. Es ist ein Gefühl und es fühlt sich so an, als hätte ich eine schöne Jacke angezogen, die mir an unbekannten Stellen einen Tucken zu klein ist und dadurch nicht den eigentlichen Tragekomfort hat, den sie eigentlich hätte haben müssen.

Der Tag gestern war lang. Empfang in der Uniklinik, Schulung, Essen, Schulung, Kaffepause, Schulung, Pause, Schuuuuluuung und endlich wieder raus aus der Klinik, hinein in die Straßenbahn. Zu diesem Zeitpunkt waren meine Begleiterin und ich schon komplett über den Strich. Der Schlafmangel und die fehlende Aufmerksamkeit wirkten wie Alkohol. Es ist also doch nicht ausgedacht, es funktioniert wirklich. Nach müde kommt aber leider auch immer dumm.

Am Hauptbahnhof in Köln mussten wir dann doch schnell den Dom angucken. Kaum ein Gerüst war an ihm zu sehen. So hatte ich ihn noch gar nicht gesehen. Die ersten Minuten war er hinter dem dunkler werdenden Abendhimmel fast nicht zu erkennen, aber nach und nach wurde er heller – mit zunehmender Abenddämmerung wurde er angestrahlt. Ein Foto als Beweis und mit unkontrollierten Lachanfällen ging es dann auf eine sehr lange Zugfahrt wieder Richtung Heimat.

Köln

4 replies to “Morgengrauen [Köln]

      1. Von den Temperaturen her sehr mild und vor allem sehr windig war’s. (Hörte zum Glück zum Abpfiff hin auf mit dem Wind – wegen der Interviews, damit da keine Windgeräusche drauf sind…).
        Und blauer Himmel und ganz wild und schnell ziehende Wolken aller Arten, sah toll aus.

        Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
close-alt close collapse comment ellipsis expand gallery heart lock menu next pinned previous reply search share star