Airplan Mode

Jeden Tag schaue ich auf’s Handy. Macht ja jeder. Mal kurz in der Arbeit checken, ob sich jemand krank gemeldet hat. Nachmittags den Abend planen. Zwischendurch mal Nachrichten beantworten. Abends mein Französisch per App aufbessern. Handys – oder besser Smartphones – sind treue Begleiter. Ich befürchte, mehr Menschen packen ihr Handy in Schutzhüllen, als sich selbst beim Fahrradfahren einen Helm aufzusetzen.

Im Urlaub schalte ich gerne mal mein Handy aus, bzw. in den Flugmodus: Fotos möchte ich ja schließlich noch damit machen können. Eigentlich Quatsch, denn ich fotografiere, bis auf Panoramas, mit der Kamera. Vor ein paar Monaten war mein Handykonsum noch ziemlich hoch. Ständiges Warten auf diese eine Nachricht, von einem ganz besonderen Menschen. Jetzt lege ich das Handy auch gern mal ein paar Stunden an die Seite und konzentriere mich auf andere Dinge: Zum Beispiel auf mich. Denn ich weiß, die erhoffte Nachricht wird nicht kommen, sie war Wunschdenken.

Wie angewiesen man auf das Handy ist, merkt man erst, wenn man es mal ein paar Stunden Zuhause lässt. Immer erreichbar sein ist ungesund. Immer erwarten und hoffen von irgendwelchen Menschen erreicht zu werden, ist noch ungesünder. Ich habe mir eine Handyfreie-Zone eingerichtet. Im Bett wird nicht mehr auf’s Handy geguckt. Ab damit auf den Schreibtisch oder die Kommode, da kann es dann bis morgen warten. Manchmal habe ich bis spät abends noch Mails gecheckt oder Nachrichten beantwortet. Seit dem ich das nicht mehr mache, kann ich besser schlafen. Klingt vielleicht abwegig, ist aber wirklich so.

Seit einiger Zeit gibt es bei manchen Handys die App, in der angezeigt wird wie lange man tagtäglich am Display war. Auch die Zeiten habe ich versucht zu verringern. 1 Stunde ist meine maximale Obergrenze, denn wenn man die Zeit im Verhältnis zum Tag sieht, möchte ich viel lieber sagen „ich habe dies und das und jenes gemacht“ anstatt „die meiste Zeit habe ich auf’s Handy geschaut“. Kopf hoch und Handy weg. Sprecht am Tisch mal wieder mit eurer Familie, zeigt euren Freunden beim Kaffee trinken mal ein bisschen Respekt. Und wenn das Handy wirklich nicht im Alltag beiseite gelegt werden kann, dann doch bitte immerhin beim Autofahren.

10 replies to “Airplan Mode

  1. Ja, da hast du recht … zu viel Handy ist einfach nur doof. Ich lasse es oft extra zu hause liegen und wenn ich schlafen gehe, lege ich es in mein Arbeitszimmer. Aber solche Auszeiten muss man sich schon bewusst einrichten. Irgendwie steckt man jetzt drin in der „WElt mit Handy“ Ich habe lange das Handy komplett verweigert und als ich dann eins hatte, habe ich es nur 1x in der Woche angeschaltet (!) Hihi, das kommt wir jetzt sehr komisch vor, ist aber erst ca 7 Jahre her. Mich nervt das auch und ich versuche, so gut es geht, ohne auszukommen.

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    1. Das ist ja eine süße Idee gewesen, das Handy nur einmal in der Woche anzuschalten. Früher war irgendwie alles doch ein bisschen entspannter. So viel Stress wie wir und vor allem die jüngere Generation sich mit dem Handy macht, ist teilweise schon echt gruselig.
      Ein schönes Wochenende dir 🙂

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  2. Trifft ganz meine Intesion, liebe Ines. Ich habe aus verschiedenen Gründen kein Smartphone, nur ein ganz einfaches Tastenmobiltelefon. SMS, Telefonieren, Radio hören. Damit hat es sich. Ich bin also gar nicht verleitet oft drauf zu schauen. Nachts habe ich es außerdem immer aus. –

    Ich fahre gut damit, vermisse nichts, auch, wenn ich im Alltrag durchaus inzwischen „unbeweglicher und unflexibler bin als die meisten meiner Mitmenschen. Ich habe meinen Pc, der genügt mir fürs „internetten“ allemal.

    Viele, ganz liebe Grüße an Dich 💙 !

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    1. Ach, manchmal wünsche ich mir auch das alte Tastenhandy zurück. Ich habe schon gesagt: Sollte mein Smartphone irgendwann mal den Geist aufgeben, würde ich mir auch wieder ein Internetloses Handy besorgen.

      Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende! 🙂

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  3. Ichhabe ja nur ein stinknormales Tastenhandy, das reicht völlig. Und mitunter bleibt es auch mal irgendwo liegen im Auto oder zu Hause. Dann bin ich halt mal nicht erreichbar und die Welt dreht sich trotzdem weiter. 🙂

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