Kraniche

Kurzes Durchatmen. Ich stehe an der Straße und höre tausend Geräusche um mich herum. Autos, Fahrräder, Unterhaltungen, Kinderlachen. Zuerst denke ich, ich habe es mir nur eingebildet. Irgendwo zwischen all dem Lärm höre ich – erst ganz zaghaft, dann ganz deutlich – die Kraniche. Dieses Geschnatter, unverkennbar, wild und frei, irgendwo im Unsichtbaren. Ich lege den Kopf in den Nacken und warte darauf, dass sie sich zeigen. Sie ziehen vorbei, weit oben und perfekt in ihrer Formation. Jeder hat seinen Platz. Eine Flucht aus der Kälte, die früher oder später kommen wird. Vielleicht sogar schon da ist. Sie nehmen meine Gedanken an dich mit. Weit fort in den Süden, dahin wo auch die Herzen wärmer sind. Ich warte bis ich ihre Rufe nicht mehr hören kann und setze dann meinen Alltag fort.

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