Do something different

Seit meinem ersten Schulabschluss sind ungefähr 10 Jahre vergangen. Nun gibt es eine Whats-App-Gruppe, die ein Klassentreffen möglich machen soll. Nicht nur das ich Whats-App-Gruppen hasse, ich hasse auch das belanglose Geplänkel darin. Wer sind diese ganzen Leute, die teilweise schon Falten im Gesicht haben oder bei denen auf ihren Profilbildern ein bis zwei Kindergesichter in die Kamera gucken? 25 von 30 Leute sind mir unbekannt. Ich erkenne sie weder wieder, noch erinnere ich mich an die Namen.

Kurz habe ich die Hoffnung in einer Gruppe gelandet zu sein, in dessen Klasse ich niemals war. Tja, falsch gedacht. Die Menschen sind einfach wirklich alt geworden. Sie sind nicht mehr 13, 14, 15, 16 Jahre alt. Sondern 26, 27, 28 oder älter. Älter, nicht alt. Denn mit meinen Jahren Ende zwanzig fühle ich mich nicht alt. Vor 10 Jahren war man einfach noch verdammt jung. Ungestüm, unberechenbar und pubertär. Die 10 Jahre haben einen wachsen lassen – aus Fehlern lernen oder eben auch nicht. Wir sind erwachsener geworden, haben unsere Persönlichkeit geformt, Lebensziele entwickelt, diese festgesetzt und den Weg dorthin eingeschlagen. Wir sind irgendwo mitten drin im Leben.

Man sagt ja immer, dass die Zeit viel zu schnell vergeht. Im Moment stimmt das auch. Seit ein paar Jahren fliegt die Zeit so dahin. Ins Nichts. Wird aufgesogen von schwarzen Löchern und am Ende eines Monats schaut man kopfschüttelnd auf den Kalender: Huch, in 24 Tagen ist Weihnachten. Schon wieder.

„The theory states that time passes faster when we are in a set routine, when we aren’t learning anything new, when we stay stuck in life pattern. The key to making time slow down is to have new experiences. You may joke that one week you went on vacation flew by far too quickly, but if you stop and twink about it, that week actually seemed to last much longer than one involving the drudgery of your day job. You are complaining about it going so fast because you loved it, not because it felt as though time was passing faster. If you want to slow down time, this theory holds: If you want to make the day last, do something different.“
– Harlan Coben: Don’t let go

Das ist quasi die Bedienungsanleitung dafür, wie man Tage richtig nutzt. Warum es so viel zählt, sie schöner zu machen. Mal was anderes tun, raus aus der Alltagsroutine und der Komfortzone gleich mit. Was ganz neues ausprobieren: Schnorcheln, Bogenschießen oder Horrorfilme gucken. Etwas tun, was man liebt, aber viel zu selten tut. Etwas, wo die Glücksgefühle im Bauch nur so kribbeln und wo die Zeit zwar trotzdem dahinrast, aber eben weil es so viel Spaß macht. Und dazu gehören für mich keine Klassentreffen, um mich mit anderen Leuten zu vergleichen. Denn das passiert an solchen Abenden. Geplant oder ungeplant. Dabei ist es Quatsch sich von anderen Leuten bewerten zu lassen, jeder hat seine eigenen Ziele. Jeder hat seinen eigenen Wege um dorthin zu kommen. Jeder geht diese Wege alleine.

 

4 replies to “Do something different

  1. Ich bin zum ersten Klassentreffen hingegangen und war angenehm überrascht. Mit manchen Leuten konnte man sich mehr und besser unterhalten als zu Schulzeiten. Die sind halt auch erwachsener geworden. Und diesen Gesprächen „mein Haus, meine Frau, meine Yacht“ bin ich ausgewichen beziehungsweise habe das dann gleich so benannt.

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