Welterschöpfung

Gestern war Welterschöpfungstag. Klingt erst einmal niedlich und vor allem sehr nachvollziehbar. Wer von uns ist bei dem Wetter nicht gerade den ganzen Tag erschöpft? Man seufzt, jammert, schwitzt und hält es nur in klimatisierten oder luftigen Plätzen aus. Sämtliche Körperteile wiegen plötzlich doppelt so viel wie sonst und irgendwie ist man den ganzen Tag ziemlich k.o. So muss sich unser Planet fühlen. So und noch viel schlimmer. Denn dieser oben genannte Tag ist weder niedlich noch lustig. Der Welterschöpfungstag markiert den Tag im Jahr, an dem alle natürlichen Ressourcen, die wir für dieses Jahr zur Verfügung hatten, aufgebraucht sind. Das war gestern. Und jedes Jahr ist dieser Tag ein bisschen früher.

Ressourcenorientiertes Arbeit. Wie oft ich das im Studium gehört habe. Was kann jemand gut? Was steht ihm zur Verfügung? Wovon kann man profitieren? Die Erde schenkt uns täglich etliche Ressourcen und wir lassen sie im Nirgendwo verschwinden.  Sie verdunsten ungefähr so schnell wie das Eis bei 35 Grad im Schatten. Wir werfen Lebensmittel weg, belagern die Natur mit unserem Müll, führen Kriege gegen unsere Heimat. Ich habe letztens in der Süddeutschen Zeitung gelesen, dass nur noch 13% der Weltmeere als wilde, naturbelassene Meere gelten. 13%. Der Rest ist zugeschüttet mit Plastik, mit Abwassern, es wird gebohrt, die Meere sind leer gefischt. Dreizehn Prozent. Würde man den Klimawandel als Eingriff zählen, würde die maritime Wildnis bei 0% liegen.

Die Erde wehrt sich gegen uns, als wären wir eine Krankheit. Sie bäumt sich auf gegen uns. Es ist ein Hilferuf. Wenn wir diesen nicht nachgehen, diesen nicht erhören (was vielleicht eh schon zu spät ist), wird die Welt uns keinen Lebensraum mehr bieten. Sie wird uns mit Naturkatastrophen und Wetterextremen so auszurotten versuchen, wie wir es mit einer Ibuprofen gegen die Grippe versuchen würden.
Vielleicht wird sie dabei selbst drauf gehen.

4 replies to “Welterschöpfung

  1. Ja, liebe Ines, so ist es. Jedes Jahr rückt der „Weltereschöpfungstag“ weiter nach vorn im Jahrslauf – welch furchtbares Signal dafür, dass sich auf diesem Planeten bislang, global gesehen, nichts „gewendet“ hat in Richtung Heilung. –

    Vor ein paar Tagen war ja die Meldung zu vernehmen, dass Deutschland in der EU Verpackungsmüllspitzenreiter sei. Trotz „grünem Punkt“, trotz Pfand auf Einwegflascchen, trotz weitgehender Abschaffung der großen Verpackungsplastetüten im Einzelhandel. – Warum ist es so, dass wir uns offensichtlich mit all dem etwas vormachen? – Denn das Ergebnis ist doch kein Poistives?!

    Gerade in Bezug auf verpackungen denke ich manchmal an die DDR-zeit zurück. – Damals wurden einem in Warenhäusern die gekauften Textilien in Packpapier eingewickelt und verschnürt. Das sah vielleicht optisch nicht sehr schick aus, aber man konnte „sein Bündel“ bequem heimtragen und es gab keinen Plastikabfall. Obst und Gemüse wurde in Papiertüten eingepackt. Und beim Fleischer (Metzger), kamen das Fleisch oder die Wurst zunächst auf ein Stück Pergamentpapier, welches auf die Waage gelegt wurde, und wurde dann in festeres Papier eingeschlagen, so dass man es gut in seine/n Einkaufstasche/-beutel stecken konnte. Nix mit Plaste also.

    Manchmal möchte ich wirklich ein „Gestriger“ sein und bleiben …

    Sehr verstehende, seelenverwandt seiende, liebe Grüße an Dich!

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    1. Lieber Sternflüsterer,
      ich war mir sicher, du bist jemand, an dem dies auch nicht einfach so spurlos und unbemerkt vorbei geht. Es ist doch einfach erschreckend 😦

      Ich habe mir für diesen Monat vorgenommen noch genauer darauf zu achten, wie ich Verpackungsmüll vermeiden kann und das ich keine Lebensmittel mehr wegwerfe.

      Ich wünschte sie würden es wieder in Packpapier einpacken. Das sieht vielleicht nicht schön aus, aber irgendwie hat es dennoch was. Es gibt ja mittlerweile auch einige Läden (zumeist sehr klein), in denen auf jegliche Verpackung verzichtet wird. Da klappt es doch auch…
      Bei Edeka kann man mittlerweile wohl an der Frischetheke eine Pfandbox für Fleisch erwerben und jedes Mal durch eine neue, gesäuberte eintauschen.

      Liebste Grüße an dich!

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  2. Plastisch und drastisch dargestellt, liebe Ines. Die Zeiten mi Pergament und Plastik gab es ja auch mal hierzulande. War gar nicht schlecht. – Die Dinge, die sich bewegen, tun dies zu langsam. Wenn ich denke, wie in anderen Ländern mit den Themen umgegangen wird, habe ich immer noch den Eindruck, die Trenn-Lust und Sammel- Leidenschaft ist eher noch „Vorreiter“.
    Was aber am globalen Gesamtbild nur wenig ändert.

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