Experiment I. Ende.

Das war ein spannendes Wochenende. Während ich die App öffnete, erwartete ich ehrlich gesagt nicht viel. Außerdem fand ich’s schon wieder scheiße, dass ich meine Handynummer und meinen Standort angeben musste. (J. lachte darüber, dass ich so anonym wie möglich geblieben war.) Also wischte ich mich durch hundert Gesichter und bekam jedes Mal einen kleinen Schreck, sobald es hieß: It’s a Match.

Irgendwie fühlte es sich wie etwas verbotenes an. Aber vielleicht war das auch nur meine prüde Angst. Letztendlich kann ich ein Ergebnis meines Experiments liefern: Ich habe ziemlich viel den Kopf geschüttelt (über seltsame Bilder von irgendwelchen Menschen), viel gelacht (über kreative Selbstbeschreibungen) und sogar zwei Leuten geantwortet. Der eine erfüllte das komplette Tinder-Klischee. Der andere ist tatsächlich ganz nett. Und Amerikaner. Und ich kann zwar gut Englisch verstehen, aber einfach nicht sprechen. Jetzt fühle ich mich wie ein Kleinkind, was gerade sprechen lernt. Aber dadurch ist direkt Experiment II entstanden: Sich mit einem Amerikaner treffen und versuchen sich möglichst nicht zum Deppen zu machen.

Nun bin ich wieder deaktiviert in dieser gehypten App. Für mich ist eins klar: Face-to-face Kommunikation ist immer noch schöner als Tinder. Sich irgendwo in einer Bar oder an der Supermarktkasse ansprechen. Keine gekünstelte und gestellte Situation und Atmosphäre aufbauen zu müssen. Man kann sich nämlich nicht so verhalten, als wäre das NORMAL, Leute nach ihrem Aussehen nach links oder rechts zu swipen. Es ist vielleicht normaler geworden für unsere Generation. Aber auch normal kann komisch sein.

3 replies to “Experiment I. Ende.

  1. Nenn mich altmodisch, aber für mich ist das gar nichts. Außerdem finde ich das ganze Konzept von Tinder etwas diskriminierend. Aber etwas neugierig wäre ich auch. Dein Experiment klingt auf jeden Fall interessant. ;-p

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    1. Ich würde dir da total zustimmen. Es ist super oberflächlich, sexualisiert, etc. Habe ich auch echt mit mir gehadert, wie du vielleicht in der Beschreibung gelesen hast. Aber dennoch war es eine Erfahrung wert 🙂 Und ich bin ja auch direkt wieder deaktiviert 😉

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