Informationssiebe

Diese Woche war eine Woche des Chaos. Vor allem auf den Straßen. Rund um Hannover ging nicht mehr viel. Da ich aber für’s Studium auch noch nach Thüringen pendle, habe ich einiges mitmachen müssen. Im Dunkeln, bei Regen über unbekannte Landstraßen eiern, im Schnee mit 60 hinter den LKWs über ungeräumte Autobahnen. Es hat wirklich keinen Spaß gemacht.

In der Arbeit wird das Chaos statt kleiner, immer größer. Da denkt man, man hat eine strukturierte Lösung für sich gefunden und kann nach den anstehenden Klausuren endlich neben der Arbeit noch die Masterarbeit schreiben. Und dann kommt doch wieder alles anders. Andere Abteilung. Versprechungen, die nicht eingehalten wurden. Jeder dreht sich seins so, wie er es gerade braucht.

Das Studium ist immer zeitaufwendiger. Entweder arbeite ich, oder ich sitze in der Uni. Wenn keins der beiden Sachen zutrifft, hänge ich zuhause und lerne. In meinen Kopf geht der ganze Stoff des Studiums einfach nicht hinein. Ich sitze da und denke mir immer nur: Merk dir das jetzt doch mal! Das kann doch nicht so schwer sein. Seit dem 07.01. hatte ich gestern endlich mal wieder einen Nachmittag, an dem ich ZUHAUSE war. Einfach so. Ohne noch hierhin oder dorthin zu müssen oder erst um 21 Uhr nach Hause zu kommen, ins Bett zu fallen und morgens wieder um 6 Uhr aufzustehen.

„Ich wäre schon froh gewesen, wenn mein Hirn ein Sieb gewesen wäre, dann hätte sich unter Umständen immer noch der ein oder andere kompaktere Wissensbrocken darin halten können. Doch in meinem Kopf war einfach nichts: Kein Haken, keine Schublade, keine Schränke: Einfach kein Stauraum für irgendeine Art von Informationen.“

-J. Meyerhoff//Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Letztes Semester hätte ich an diesem Punkt schon längst wieder unter Stresssymptomen gelitten. Ich hätte meinen Leistungsdruck und meine Ängste auf banale Situationen projiziert und mit Panikattacken gekämpft. Wach gelegen und nachgedacht. Ich hätte abends den Namen von einer ganz bestimmten Person im Handy gesucht, ihm geschrieben und mich bei ihm ausgeheult. Wäre hingefahren, um endlich wieder schlafen zu können. Doch dieses Jahr ist alles anders.

Es ist die Gelassenenheit des Neubeginns. Lange habe ich mich gefragt, wie ich es „danach“ ohne diese Person schaffen soll. Vernünftig schlafen. Psychohygiene betreiben. Nähe aushalten. Aber das „danach“ ist gar nicht so schlimm, wie ich erwartet habe. Es ist sogar sehr erfrischend. Jetzt, nach einem halben Jahr, kann ich sagen, dass der Neubeginn wirklich ein Neubeginn ist.

Es war eine schwierige Zeit in den letzten 6 Monaten. Sie haben mir einiges abverlangt. Nächte, in denen ich kein Auge zubekommen habe. Nummer gelöscht, wieder eingespeichert. Unklar, was ich eigentlich wollte. Dabei wusste ich ganz genau, was richtig und gut für mich ist: Ein Neubeginn und damit auch die Konzentration auf mich selbst. Denn dadurch wird einiges einfacher-sogar die Stresssituationen.

 

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