Sehnsucht

Aus deinen Augen spricht das Unglücklich sein. Einfach innerlich kaputt. Das Herz zerstört. So schaust du mich an und verabschiedest dich von mir. Mit den Worten, dass wir beide keinen Kontakt mehr haben können, weil wir es sonst nie voneinander losschaffen. Niemals.

Der Protest liegt mir auf der Zunge. Ganz klein versucht er mir über die Lippen zu kommen, aber ich halte ihn zurück. Es ist richtig so: Der Kontaktabbruch wäre das einzige richtige. Wie oft haben wir es versucht? Uns keine Chance gegeben, überlegt den Kontakt abzubrechen, es dann doch nicht getan, versucht Freunde zu sein und uns gleichzeitig nicht nahe zu sein. Gefühle bringen nichts, wenn man sich gegenseitig damit nur schaden antun kann. Bin mir selbst nach dem Jahr noch nicht sicher, ob du überhaupt jemals welche für mich hattest oder sie einfach immer nur gut spielen konntest. Aus einem Monat wurden zwölf.

Du hast jemanden kennengelernt. In deiner Heimat, in die du immer wieder zurückwolltest. Mit ihr kannst du’s versuchen. Das Nahekommen, was du bei mir in 365 Tagen nicht geschafft hast. Es war immer ein Ich berühre dich ohne dir nahe zu kommen. Zu ähnlich sind wir uns, sagst du, perfekt gepasst hätte es. Manchmal reicht perfekt nicht aus. Ein Cut, sagen meine Freunde, wir brauchen diesen Strich, diesen Abschluss, um irgendwann vielleicht wieder neu anzufangen. Wir wissen das und trotzdem konnten wir es bisher nicht. Dafür waren die Monate zu schön, die Nächte zu kurz. Distanzieren und Abstand nehmen.

2 replies to “Sehnsucht

  1. Deine letzten beiden Sätze haben mich lange vor diesem Fenster sitzen lassen. Ich habe sie sich in meine Seele einmeißeln lassen, weil ich ahne, dass sie irgendwie sehr wichtig und richtig sind. Und doch habe ich Zweifel an ihnen, ja, lassen sie mich verunsichert und gar etwas ängstlich zurück.

    Du lebst so ganz anders als ich. Aber Du lebst wahrlich längst nicht immer leichter.

    Wenn Du jetzt hier in meiner Nähe wärst, hätte ich die Stirn, Dich einfach und ungefragt fest zu umarmen. – In Worte könnte und kann ich nicht verpacken, was ich Dir sagen möchte …

    Ganz liebe Grüße an Dich, liebe Ines! – Ich wünsche Dir nur Gutes, und den einen besonderen Wunscvh für Dich, den habe ich längst konserviert, und den bewahre ich, bis er wahr wird. Und so lange sende ich ihn beständig aus meinem Orbit hinaus in die Welt. Das verspreche ich Dir!

    Liken

    1. Ängstigen wollte ich damit nun wirklich keinen, auch nicht erschrecken oder verunsichern. Ich glaube zwar, das die Sätze schon wahr sind, aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm wie wir denken.
      Vielen, lieben Dank! Fühl dich zurückgedrückt. Und habe noch einen schönen Restsonntag!

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
close-alt close collapse comment ellipsis expand gallery heart lock menu next pinned previous reply search share star