Spanien, du Herzeroberer

Jetzt liege ich hier auf dem Boden meines Wohnzimmers, gucke dem Regen draußen zu und frage mich, wohin die Wolken so schnell ziehen. Nach Südwest. Wenn ich könnte, würde ich mitziehen. Ich bin leer. Gefühlt könnte man durch mich hindurchgreifen, wie durch eine dicke Regenwolke – einfach ins Nichts.

Werdet ihr jetzt sehr mit dem Kopf schütteln, wenn ich schon wieder mit Urlaub anfange? Meine restlichen freien Tage stehen quasi vor der Tür. Insgesamt muss ich diesen Monat noch 7 Tage arbeiten. Eine Woche. Zwei diese und zwei nächste und drei am Ende. Mitten drin kommt dann mein Highlight des Monats: Mallorca, Spanien. 10 Tage nichts tun. Ich klammere mich an diese Aussicht, wie eine Ertrinkende an einen Rettungsring.

Malle

Kennt ihr das? Einfach die Augen schließen und euch an den letzten Urlaub erinnern? Kurz ein paar Momente hinauf beschwören und ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern. Wenn ich meine gedanklichen Erinnerungsbilder aus Spanien hervorrufe, dann ist alles gleißend hell von der Sonne. Dann höre ich Ziegenglocken läuten und ich rieche frisch geschnittene Orangen. Ich sehe mich mit meinem Bruder durch kleine, verwunschene Läden in Palma stöbern und durch wunderschöne Bergdörfer mitten im Nirgendwo schlendern. Ich rieche das Meer und den Latte Macchiatto aus meinem Lieblingscafé, ich höre die Stille in den idyllischen Buchten und das Menschengewimmel auf den Märkten. Oh ja, spanische Insel, ich vermisse dich.

Dann öffne ich meine Augen und sehe die Wolken ziehen. Nach Südwesten. Die Richtung stimmt. In meinem Kopf war ich schon dort, auf Mallorca. Dabei weiß ich gar nicht, ob die Ärzte mir das Fliegen nicht verbieten werden. Ob ich wirklich nächsten Mittwoch starten werde, oder ob zum ersten Mal in meinem Leben meine Reiserücktrittsversicherung greifen wird. Alles ist offen. Dabei habe ich schon eine gedankliche Mallorca-to-do-list gemacht (und AUSSPANNEN steht da ganz oben drauf, zusammen mit schnorcheln). Dann öffne ich meine Augen und sehe, wie die Sonne ganz zaghaft durch das Grau bricht.

Malle1

Wenn ihr die Augen schließt, an welchen Urlaubsort erinnert ihr euch da besonders gerne?

4 replies to “Spanien, du Herzeroberer

  1. Ich habe regelrechte Fotos im Kopf. –

    Ich sehe einen Frühlingswaldweg im Harz, bezaubernd von lindem Grün der Baume und Gräser gesäumt und in ein Nirvana führend, irgendwo in der Nähe von Bad Sachsa, obwohl dieser Urlaub schon mehr als 15 Jahre her ist.

    Ich sehe eine Hochebene in der Slowakei, eine einzige Blumenwiese mit kleinen Nadelgehölzen, von der aus man rundum auf herrlich bewaldete Berge schaut. Es ist über 30 Grad heiß, es war sehr mühselig bis hierher zu gelangen, aber ein Stück weiter unten liegt Hacava, ein ganz eigenes Dorf am Ende der Welt. Und dort wird es nach schon langer Wanderung das erfrischendste Bier meines Lebens geben … (Auch das iust schon lange her.)

    Von der Slowakei habe ich freilich noch viel mehr, ebenso klare, ebenso schöne, Bilder im Kopf, manche von Stimmen oder Düften untersetzt. – Das habe ich öfter …

    Ich spüre, ich rieche den Duft von Vanillewaffeln, wie es ihn wohl vor etwa 47 oder 48 Jahren (!) während meines ersten Urlaubs mit meinen Eltern und Geschwistern auf dem Zeltplatz in Boltenhagen gegeben hat. Ich habe diesen Duft nie wieder so anderswo gerochen. Aber jetzt rieche ich ihn, nichts hat ihn wegwehen können. Und ich habe nie wieder irgendwo sonst solche fantastischen Waffeln gegessen. Ich schmecke eine Waffel und ich sehr einen kleinen, damals von der Sonne strohblonden, Jungen mit einem blauen Eimerchen Wasser aus der großen Ostsee schöpfen und über Quallen staunen …

    ***

    Ich hoffe sehr, dass Du reisen können wirst liebe Ines. Sehr!

    Viele, ganz liebe Grüße! (Geht es Dir denn schon ein bisschen besser?)

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    1. So wie du hier deine Erinnerungen beschreibst, so formen sich direkt Bilder vor meinen Augen. Ich kann mir vorstellen, wie schön diese Momente in deinem Kopf sind, wenn du die Augen schließt und wie gerne du dich daran zurückerinnerst.
      Behalte sie dir hoffentlich noch ewig!

      Danke, lieber Schweitzer, das hoffe ich auch. ): Ein wenig besser geht es mir mittlerweile, aber so richtige Fortschritte mache ich eigentlich nicht. Was mich wirklich sehr, sehr ärgert …
      Bleib gesund und die liebsten Grüße an dich!

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