Weißkittelphobie

„Wieso bist du krank?“
Diese Frage verstehe ich leider nicht. Was gibt es denn für einen Grund, warum man krank ist?  Vielleicht weil mein Immunsystem nicht ganz so stark war und ich mich irgendwo angesteckt habe?! Eine andere Antwort auf diese Frage gibt es eigentlich nicht.

Ihr seht schon. Mich hat es wieder einmal erwischt. Irgendwie habe ich das Gefühl in den letzten Wochen immer mal einen Tag zu haben, in dem der Wurm drinnen ist. Letzte Woche Kopfschmerzen, diese Woche Übelkeit. Nicht weiter verwunderlich, wenn man im Krankenhaus arbeitet-das stimmt schon. Trotzdem habe ich keine Zeit zum Kranksein. Der September ist da und ich habe so viel vor!

Es ist als Hypochonder nicht wirklich förderlich in einer Klinik zu arbeiten. Praktisch, wenn man krank ist und fragen kann, was dagegen hilft. Wenn man allerdings überfürsorgliche Ärzte kennt, dann sieht das Gespräch schon anders aus.
„Kopfschmerzen? Übelkeit? Grippeähnliche Symptome? Wie äußert sich das genau? Ist das eher ein Schwank- oder ein Drehschwindel? Hast du etwa Noro?!“ Nein. Sind die ansteckenden Symptome abgeklärt und die Ärzte beruhigt (sind ja auch alles irgendwie Hypochonder), widmen sie sich dann doch wieder ihrem Fachgebiet: „Hörst du imperative Stimmen?“
Bei diesen Fragen lehnen sie sich mit ihrem Kaffee in der Hand auf ihrer Arztliege zurück und schauen einen mit durchdringenden Blick an. „Und wenn ja, was befehlen dir die Stimmen?“

Dessen nicht genug, ist diese Woche sowieso meine Ärztewoche. Ich laufe vom Lungenfacharzt zum Kardiologen und drücke mir selber die Daumen, dass ich weder eine Lungenentzündung habe, noch dass mir das Herz ausgewechselt werden muss. Ja, vielleicht übertreibe ich. Aber eine gewisse Grundangst darf man ja wohl haben.

4 replies to “Weißkittelphobie

  1. Verzeih, wenn ich das hier mal so unverblümt schreibe, aber es trifft es einfach am besten, und Du weißt es einzuordnen: Du bist süß!!! (yes!)

    Meine liebe Ines, wenn es einer auch nur ansatzweise WAGEN sollte, Dir DEIN Herz, das wirklich noch ein HERZ ist, „auszuwechseln“, dann kriegt er es aber so was von mit mir zu tun! Jawoll!!!

    Ansonsten kann ich freilich Deine Ängste und Fürchteleien gut verstehen, die haben auch gar nichts mit niedrigerem oder höherem Alter zu tun. Aber meine Güte, sag mal, was sind denn das für Ärzte, die andere Menschen, sich genüsslich an ihrem Kaffee festhaltend, nach „imperativen Stimmen“ fragen?? – Da kriegt man ja erst richtig Panik! (Das haben die sich nicht mal in „meiner Anstalt“ getraut!)

    Jedenfalls wünsche ich Dir von Herzen gute und nachhaltige Besserung! Werd‘ wieder gesund!

    Liebste Grüße an Dich (Erhol Dich nur gut am Wochenende, auch, wenn Du vielliecht nicht die Unternehmungen machen kannst, die Du Dir vorgenommen hattest.)!

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    1. Mein Herz bleibt vorerst verschont, allerdings ist noch nicht ganz klar, was genau damit verkehrt ist. Irgendwas stimmt zumindest nicht. ):

      Psychiater sind ein komisches Völkchen. Aber ich mag sie sehr. Und das war ja auch scherzhaft gemeint, während wir beim Kaffeeklatsch saßen, habe ich meine Leiden erzählt und damit es nicht ganz so tragisch klingt, hat er eben gefragt, was denn mit Stimmen hören sei. Er weiß ja sehr wohl, dass ich keine höre. 😀 Und er würde nie mit seinen Patienten so sprechen-ist schon ein guter Arzt!

      Hach! Danke, du bist ein Lieber! Ich hoff ich bin schnell wieder fit. Am Wochenende wollt ich meinen Abschluss feiern, das würde ich sehr ungern verschieben. 🙂

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      1. Ach Ines, ich bin so ein Riesendepp. Ich habe es schon mehrmals hier gelesen, dass Du Deinen Abschluss so erfolreich gemeistert hast, habe mich richtig doll darüber gefreut (weil ich ja auch weiß, wieviel Mühe sich dahinter verbirgt) und ich wollte Dir auch schon mehrmals dazu gratulieren. Aber ich habe es einfach, weiß der Geier warum, immer noch nicht getan. Das ist eigentlich unverzeihlich, gerade einem so lieben, freundlichen und mich so treu begleitenden und unterstützenden Menschengegenüber, wie Dir.

        Da schäme ich mich nun schon gar nicht so wenig …

        Ganz herzlich gratulieren möchte ich Dir freilich ob meines Versäumnisses nun um so mehr.

        Ich hoffe sehr, dass Du am Wochenende mitfeiern kannst!

        Wie stets nur ganz liebe Grüße an Dich!

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