Feenwunsch

„Pass gut auf, was du dir wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen.“
Sagte sogar schon meine Oma früher. Aber egal wie oft ich Sternschnuppenwünsche in den Nachthimmel gemurmelt oder Wimpern von Fingerspitzen gepustet habe – all diese Wünsche sind nicht in Erfüllung gegangen.
Klar, vielleicht auch teilweise besser so, denn ansonsten hätte ich womöglich schon seit 10 Jahren einen Esel im Garten stehen. Ich hätte sicher schon im Lotto gewonnen und ich wäre schon 20x wieder geschieden.

Wünsche sind etwas schönes. Man wartet auf etwas großes, etwas wunderbares, fulminantes. Etwas, dass man sich in der Phantasie ganz wundervoll vorgestellt hat. Oder in das man sich auf den ersten Blick verliebte. Manchmal bekommt man es geschenkt, man kauft es sich einfach oder, mit viel Glück, passiert es einfach so. Irgendwann. Urplötzlich. Aus dem Nichts.

Meine Oma hatte Recht. Als Kind habe ich nie wirklich über Wünsche nachgedacht. Außer zu Weihnachten und zum Geburstag. Aber da waren Wünsche auch noch nicht so lebensbeeinflussend. Eine Playmobil-Burg kann man einfach in die Ecke stellen, wenn man sie nicht mehr haben möchte oder man verkauft sie auf dem Flohmarkt. Aber häng deinem zukünftigen Ex-Freund mal ein Preisschild um. Oder versuch deinen ungeliebten Job bei Ebay zu versteigern.

Meine Theorie ist sowieso: Wenn man sich etwas ganz doll wünscht, wirklich verzweifelt wünscht, dann geht der Wunsch nicht in Erfüllung. Da fühlt sich die gute Fee unter Druck gesetzt. Geht man das Ganze allerdings entspannter an, sodass man auch mit einem negativen Ergebnis klarkommen würde, dann überlegt sie sich das vielleicht nochmal. Leider habe ich zu der guten Fee keinen so guten Draht mehr – ich setze sie einfach zu oft unter Druck. Quasi mit der geladenen Pistole auf der Brust, in flehendem Jammerton: „Bitte, liebe Fee, ich wünsche mir doch so sehr …“.

Aber so kann mir immerhin niemand erzählen, dass ichs nicht mit allen Mitteln versucht hätte oder mir etwas nur einfach nicht fest genug wünschte. Vielleicht hat sie meine Wünsche auch einfach nicht gehört. Bei so vielen Menschen, bei so vielen unzähligen Wünschen, da geht man sicher auch mal schnell unter. Ich meine, immerhin ist sie schon so alt, wie die ältesten Märchen. Kein Wunder, wenn sie da langsam schwerhörig werden würde.

8 replies to “Feenwunsch

  1. „Wenn jeder Mensch nur einen anderen glücklich macht,
    wäre die ganze Welt glücklich“ … (Quelle ?)

    Vielleicht liegt die Antwort darin ?
    Nicht WIR sollten uns etwas wünschen, sondern anderen ihre Wünsche erfüllen ???!!!

    Liebe Grüße und Euche ein schönes Wochenende,
    Bärlinerin

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  2. komisch ist aber, dass man sich immer noch bei wimpern und sternschnuppen was wünscht. fast traurig finde ich, wie diese wünsche sich ber entwickelt haben. manchmal hätte ich gerne die unbeschwertheit meiner teeniezeit zurück.

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    1. Stimmt und das, obwohl das ja meist fehlgeschlagene Wünsche waren. Aber was solls: Die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉
      Unbedingt. Das wäre super. Nicht immer, aber ab und an wäre diese Unbeschwerheit mal ganz nett. (:

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  3. das Wünschen eines Wunsches an die Wunschfee sollte entspannt erfolgen. Leicht und dann losgelassen werden und
    vergessen. Wie ein Kommentar schreiben. und dann auf „Senden“ drücken und vergessen.

    sehr schön geschrieben.

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