Smile

Die Tage werden immer kürzer. Morgens lange dunkel, abends immer früher. Gleichzeitig werden auch die Gesichter immer trauriger, immer missmutiger. Die Leute lassen sich stressen, viel leichter stressen, werden gar nicht richtig wach. So viele Dinge die erledigt werden müssen, so vieles was noch ansteht. Was könnte es da besseres geben, als ein kleines Lächeln.

Mir ist in den letzten Wochen wieder einmal aufgefallen, dass SMS oder E-Mails schreiben schon gar nicht mehr ohne Smilies funktioniert. Ob fröhliche, traurige, zwinkernde, zungerausstreckende oder sinnlose. Fehlt am Ende des Satzes der Doppelpunkt mit der Klammer, werden Sätze meist zum Negativen interpretiert. Dabei meint man solche Aussagen meist gar nicht böse.

Welche Wirkung diese winzigen Symbole haben! Und wie strittig ihre Verwendung ist. Man wurschtelt sich so durch, bei wem man welche Smilies am Besten verwenden kann. Frauen mögen keine Zwinkersmilies. Männer finden (bis auf Zwinkersmilies) meist eh alle doof. Unnütz. Trotzdem werden sie von jedem benutzt.

Wie viel dort schief gehen kann. Wie viel überhaupt beim Schreiben schief laufen kann, weil eine Person die Wörter ganz anders aufnimmt, als sie gedacht waren. Wie viel Aussagekraft Wörter haben. Man streitet sich damit, man versöhnt sich durch sie, man jammert, beschwert sich, teilt seine Freude, zeigt Wertschätzung – alles mit ein paar Sätzen.

Trotzdem durch Reden so viel weniger Missverständnisse auftauchen können, verfasse ich meine Worte doch lieber schriftlich.
Die wichtigstens Sachen werden sowieso ohne Worte gesagt.
Ein Lächeln zum Beispiel. Oder ein Doppelpunkt mit Klammer.

8 replies to “Smile

  1. Uns begegnen ja den ganzen Tag Symbole – nicht nur die Smileys 😉
    Damit wird versucht eine universelle Bildsprache zu finden, was an sich nicht schlecht ist,
    aber dadurch verlieren Worte anscheinend an Bedeutung, und irgendwann sind wir wieder bei den Hyroglyphen der Ägypter angelangt 😉

    ICH mag ja (bekanntermaßen) Bilder, und ich mag auch Smileys, aber ich liebe auch schöne Texte – insbesondere Deine- wie Du weißt 😉

    Liebe Grüße
    Bärlinerin

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    1. Nein, schlecht ist das nicht zwangsweise. Aber du hast Recht, die Worte werden da immer mehr aussen vor gelassen.

      Ach du! Da bin ich wieder einmal ganz rot geworden, weil du mir so ein schönes Kompliment gemacht hast. Danke (:

      Liebe Grüße!

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  2. Du lächelst zwischen so vielen Deiner Zeilen, immer wieder ja auch Deiner Zeilen für mich, ein sehr ehrliches Lächeln. Mancher Smiley von Dir unterstreicht das nur noch.

    Du hast sehr viel ebensolches Lächeln für Dich verdient, liebe Ines.

    Ganz liebe Grüße! 🙂

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  3. ein schöner eintrag, mit viel wahrheit drin. ich benutze auch viele smileys und das ist mir auch selbst schon aufgefallen. selbst die größten anstrengungen, sie weniger zu nutzen, bringen nichts, weil ich offenbar total die panik davor habe, missverstanden zu werden. gleichzeitig missverstehe ich auch kleine chattexte ohne smileys gerne als „ruppig“, „genervt“, „kurz angebunden“ und so. es ist im grunde genommen sehr dämlich.

    zum lächeln kann ich für mich sagen: ich tue es. ich tue es auch, wenn mir nicht total danach ist. es ist ein türöffner und es tut anderen UND mir gut. lächeln ist eine wunderbare sache.

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    1. Diese Angst kenn ich auch. Und es bestätigt sich ja auch immer wieder, wie die Texte ankommen, wenn man mal keinen Smilie dahinter macht. Eigentlich ganz interessant, dass auch bei schriftlichen Gesprächen die Mimik genauso zählt, wie in „echten“ Gesprächen!

      Sehr schön ausgedrückt – ich finde das genau so und bemühe mich auch immer um ein Lächeln, selbst wenn mir nicht danach ist. Denn mit einem Lächeln kommt man auch in verzwickten Situationen weiter. (:

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