Wasserbombenschlacht

Wasserbombenschlachten – als Kind habe ich da wirklich was verpasst. Wasserbomben gab es bei uns so gut wie nie. Aber im Sommer ist das doch ein Muss! Neben Gänseblümchenkränzen, Grillen, Barfußlaufen, undundund. Jetzt habe ich das nachgeholt. Ich habe mir eine Packung gekauft, sie ganz voll mit Wasser gefüllt. (Nicht die Packung, die Bomben.) So voll, dass manche schon vorher geplatzt sind. Und dann ging es los. Eine richtige Schlacht gab es nicht. Nur ein hin und herwerfen, ein zuwerfen.

Genau das erinnert mich so an die Liebe. Irgendwie weiß ich genau, dass die Bombe platzen kann, wenn ich sie fange. Irgendwie weiß ich ganz genau, dass es nicht schlimm ist, wenn sie platzt und ich klitschnass werde. Und trotzdem fange ich sie immer im gewissen Abstand, immer darauf bedacht sie nicht zu nah an mich heranzulassen. Ich fange sie mit zarten, sachten Händen, fast ängstlich. Sie platzen trotzdem. Das Wasser trifft mich, trotz armeslänge Abstand, mit voller Wucht. Ich muss lauthals lachen, weil es so schön verrückt ist.

So ist es mit der Liebe ebenfalls. Ich halte sie auf Abstand, weit weg von mir. Fasse sie mit zarten Finger an, drehe mich weg, wenn sie auf mich zukommt. Ich versuche ihr sogar auszuweichen. Renne in die andere Richtung, bloß weg. Aber der Liebeswasserbombenwerfer ist ein guter Werfer. Er schießt nie, bevor er nicht gründlich gezielt hat. Ich werde jedes Mal getroffen. Mit voller Wucht. Ich finde es jedes Mal verrückt. Manchmal finde ich es schön verrückt, aber meistens ziemlich traurig verrückt. Vielleicht habe ich als Kind nie Wasserbombenschlachten mitgemacht, aus Angst vor den Konsequenzen. Denn eine Schlacht ist immer eine Schlacht. Auch wenn es nur Wasser oder „nur“ die Liebe ist, bekommt man es faustdick ab.

11 replies to “Wasserbombenschlacht

  1. Hallo,
    ich starte wieder mal einen KOMMENTARVERSUCH .

    Lebenszeit

    Man sagt:

    Meine LEBENSZEIT
    bleibe dieselbe,
    ob ich sie nun
    weinend oder lachend
    verbringe –

    da habe ich
    heute so meine ZWEIFEL,
    die ich aber auch morgen
    werde nicht beweisen können …
    ___
    (C) PachT 2010

    Einen guten Tag Dir noch

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  2. Ich kann mich auch an die Wasserbombenschlacht erinnern, die vor unserem Studentenwohnheim stattfand. Wir ueberfluteten die ganz Strasse und die Feuerwehr musste sogar das Wasser abpumpen.

    Habe keine Angst vor der Liebe. Sie kommt auf sanften Pfoten zur rechten Zeit.

    LG

    Maria 🙂

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    1. Das klingt ja wirklich super! Kann ich mir in dem Ausmaße gar nicht vorstellen, aber ich hätte es gerne gesehen. 😉

      Danke für deinen lieben Kommentar – ich versuche die Angst ein bisschen zu bändigen.

      Liebe Grüße!

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  3. „Genau das erinnert mich so an die Liebe. Irgendwie weiß ich genau, dass die Bombe platzen kann, wenn ich sie fange. Irgendwie weiß ich ganz genau, dass es nicht schlimm ist, wenn sie platzt und ich klitschnass werde. Und trotzdem fange ich sie immer im gewissen Abstand, immer darauf bedacht sie nicht zu nah an mich heranzulassen. Ich fange sie mit zarten, sachten Händen, fast ängstlich. Sie platzen trotzdem. Das Wasser trifft mich, trotz armeslänge Abstand, mit voller Wucht. Ich muss lauthals lachen, weil es so schön verrückt ist.

    So ist es mit der Liebe ebenfalls. Ich halte sie auf Abstand, weit weg von mir. Fasse sie mit zarten Finger an, drehe mich weg, wenn sie auf mich zukommt. Ich versuche ihr sogar auszuweichen. Renne in die andere Richtung, bloß weg. Aber der Liebeswasserbombenwerfer ist ein guter Werfer. Er schießt nie, bevor er nicht gründlich gezielt hat. Ich werde jedes Mal getroffen. Mit voller Wucht. Ich finde es jedes Mal verrückt. Manchmal finde ich es schön verrückt, aber meistens ziemlich traurig verrückt. Vielleicht habe ich als Kind nie Wasserbombenschlachten mitgemacht, aus Angst vor den Konsequenzen. Denn eine Schlacht ist immer eine Schlacht. Auch wenn es nur Wasser oder „nur“ die Liebe ist, bekommt man es faustdick ab.“

    Welch wunderschöne, treffende Worte und Vergleiche du wieder einmal gefunden hast!
    Ich hätte es nicht treffender formulieren können!
    Wunderschön einfach!

    Ich wünsche dir, dass du dich immer traust Ohren, Augen und vor allem deine Arme und dein Herz offen zu halten für die Liebeswasserbomben und dass du dich trotzdem, dass du sie mit zarten Fingern anfasst, traust sie aufzufangen und festzuhalten, anstatt dich wegzudrehen und vor ihnen davon zu laufen, denn auch wenn eine Schlacht eine Schlacht bleibt und auch wenn die Angst vor Konsequenzen bleibt, vergiss nicht: „Jede Chance der Liebe!“ 😉

    Von diesem Wasserbombenmysterium LIEBE wünsch ich dir so viel wie du dir wünschst und erträumst und so viel wie du aushalten und ertragen kannst… ❤ 😉

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    1. Ich dachte schon, dieser Vergleich würde niemandem sonst auffallen – aber mittlerweile ahne ich ja schon, dass wir oft die gleichen Gedanken haben (:

      Danke wieder einmal für deine bezaubernden Worte und diese herzallerliebsten Wünsche.
      Ich kann sie nur zurück an dich geben und hoffen, dass sie auch für dich wahr werden ❤

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  4. Liebe, eine Wasserbombenschlacht oder wie eine Wasserbombenschlacht? – Das ist mir, ehrlich gesagt, noch nicht in den Sinn gekommen, mir so wohl auch nie begegnet.

    Das Überwältigende, das ich insoweit empfunden habe (und mitunter bis heute empfinde), ist anders, weniger explosiv aber nicht minder „gewaltig“!

    Nein, Ines, ich mag Dir keine „Bombe“ wünschen, welcher Art auch immer. Eher eine Welle, eine die zu Dir kommt, die Dich sanft aufnimmt, auf die Du Dich legen und Dich von ihr tragen lassen kannst – und währnd Du so auf ihr liegst, mögen Sonnenstrahlen eines großen, schönen blauen Himmels die Schmetterlinge in Deinem Bauch so kitzeln, dass sie auffliegen müssen und in ihrer bunten Pracht und Schönheit zu sehen sind, auch und vor allem von dem einen, der ihnen sodann Heimat zu sein bereit und imstande ist.

    Ich wünsch‘ Dir das sehr, Du „Fräulein Sehnsucht“, wirklich sehr!

    Ich schicke jetzt ein paar Sonnenstrahlen und ganz viele liebe Grüße!

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    1. Für mich ist es leider tatsächlich manchmal ein bisschen so wie eine Wasserbombenschlacht. Aber ich mag Wasserbombenschlachten und auch wenn ich zögre, finde ich es am Ende doch immer wieder ziemlich bezaubernd.

      Vielleicht empfindet die Liebe jeder auf seine Art und Weise – bei mir ist sie schon explosiv, aber auch recht gewaltig, wie du sie beschreibst. Bis jetzt sie allerdings auch meist genauso schnell vergangen, die Erfrischung nach einer zerplatzten Bombe.

      Eine Welle ist auch ein sehr schöne Vorstellung. Überhaupt musste ich den ganzen Absatz mit diesen wundervollen Wünschen gleich ein paar Mal lesen, weil es so schön klang. Weil ich es mir sehr bildlich vorgestellt habe und mir das ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Tausend dank dafür! (:

      Die Sonnenstrahlen sind angekommen – ich hoffe wenn ich sie dir für den morgigen Tag zurücksende, dass sie auch bei dir ankommen. (Und wenn es ein Wattewölkchen ist, dann ist das ebenfalls von mir gesendet. Das weißt du ja!)
      Liebste Grüße

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