Sommerlust

Der Himmel strahlend Blau und das Gras im satten Grün. Habt ihr schon einmal bemerkt, wie sich die Natur verändert im Übergang zwischen Frühling und Sommer? Zuerst blühen nur vereinzelt die kleinen Blümchen. Schlüsselblumen, Osterglocken, Kirschblüten. Und nach dem nächsten Regenschauer explodiert die Natur förmlich. Es riecht nicht nur danach, man kann es überall sehen. Dieses helle Grün an den Bäumen, die bunten Farben an den Sträuchern. Alles ist so kunterbunt, so wunderschön. Wenn zehn Gänseblümchen unter deinen Fuß passen, dann ist Sommer.

Der Raps steht in heller, sonnengelber Blüte, die Pfingstrosen öffnen ihre dicken Köpfe, mein kleiner Gingko entfaltet seine Blätter wie ein frisch geschlüpfter Schmetterling seine Flügel. Dicke Bienen summen über die Wiesen und die Vögel zwitschern, versteckt hinter der nächsten Hecke, ihr Morgenlied. Ich war schon immer ein Naturkind. Eine Waldläuferin. Eine Wiesenjägerin. Eine Abenteuerin. Habe als Kind die höchsten Bäume bezwungen und mich in Kornfeldern versteckt. Gab es schon damals Zecken auf den Wildblumenwiesen? Wo sind die eigentlich hin? Was ist mit meiner Lieblingsklatschmohnwiese passiert? Noch immer gibt es weite Wiesen und endlose Kornfelder. Klatschmohn habe ich das letzte Mal allerdings im Ostseeurlaub gesehen. Zu Hause sehe ich sie kaum noch.

Auch der Sommer lässt die Farben des Frühlings verklingen. Blumen verblühen in der Hitze, das Gras wird trocken und braun. Und dennoch liebe ich den Sommer genau so wie den Frühling. Wie jedes Jahr warte ich auf die Erdbeerzeit. Wie jedes Jahr warte ich darauf, dass ich auf der Wiese liegen kann und Gänseblümchenkränze flechten darf. Wenn der Raps verblüht ist und die Temperaturen ansteigen – darauf warte ich nur. Schuhe aus und ab ins hohe Gras.

4 replies to “Sommerlust

  1. Das hast Du wieder sooo schön beschrieben ! 🙂

    Ich habe den ersten Klatschmohn hier schon fotografiert, aber keine große rot-grüne Wiese, wie in den vergangenen Jahren (muß ich noch bringen 😉 )

    Sommer kann schön, aber auch schrecklich sein . z.B. wenn alles verbrennt, wie Du es geschrieben hast.

    Genieße die Wärme und das Gras unter Deinen Füßen !
    Liebe Grüße,
    Bärlinerin -die sich vor dem Asphalt-Flimmern grault 😦

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    1. Danke (:

      Da hast du aber Glück, dass du den Klatschmohn schon entdecken durftest – ich hab hier leider noch keinen gesehen. Wird aber mal Zeit!

      Ich hoffe es flimmert nicht allzu sehr in der Hauptstadt. Kühlt euch schon da dort und genießt das tolle Sommerwetter!
      Liebe Grüße

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  2. Ein paar wilde Mohnblumen habe ich auch schon gesichtet in diesem Jahr, aber der Raps ist hier bereits so gut wie verblüht. –

    Du hats so sehr Recht mit Deiner Beschreibung. Das Grün dieser Tage, das selbst aus unserem ansonsten recht tristen Plattenbauhof in die Fenster auf der Ostseite unseres Wohnblocks, leuchtet, ist das wundervollste Grün, das es überhaupt gibt. Es wird während des ganzen Jahres nie wieder so schön!

    Dir eine virtuelle Wildblumenwiese mit ganz vielen schönen roten Mohnblüten drauf schickend, verbleibe ich mit ganz vielen lieben Grüßen!

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    1. Der Raps ist auch bei uns schon verblüht. Dennoch sprießen an allen Ecken die schönsten Blumen (: (Mohn leider noch nicht :()

      Vielen Dank, die Wiese trag ich in Gedanken stets bei mir. (: Ich wünsche dir viele schöne Kornblumen und eine tolle Woche mit sommerlichem Wetter!
      Liebe Grüße!

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