Look up little heart

Dieses Video taucht im Moment überall auf. Gefühlt habe ich es schon etliche Male gesehen. Viel dazu zu sagen gibt es eigentlich nicht. Nur, dass es bewegend ist, emotional, vielsagend, ein Gänsehautmoment und gleichzeitig ein Nachdenkmoment.

Es ist wahr: Ein echtes Kompliment zu dieser Zeit scheint zu sein, das Handy einmal beiseite zulegen, wenn man sich in Gesellschaft anderer befindet. Ich habe es gestern wieder einmal selbst erlebt. Eine Familienfeier stand an und einige Verwandte hatten nichts besseres zu tun, als stundenlang auf ihrem Handy herumzutippen. Freunde googeln in Cafés wie teuer der Kaffee ist, anstatt den Kellner zu fragen. Ist das nicht traurig? Tragisch bis desaströs. Ist es zu viel verlangt mal wieder rauszugehen? Einen Schritt von den anderen zu setzen und die Menschen wirklich wahrzunehmen, die an einem vorbeiziehen? Sich zu verlaufen um sich womöglich wiederzufinden? Sich Handynummern mal nicht gleich ins Handy, sondern auf den Bierdeckel schreiben zu lassen? Alles was nicht länger als 20 Sek. Aufmerksamkeit erregt wird wieder vergessen, ist uninteressant, nicht erinnerungswert.

Vielleicht bin ich die einzige Person, die manchmal im Zug sitzt und die fremden Leute beobachtet, nur um herauszufinden, ob sie lieber Obst oder Fast Food essen. Ob sie Musik hören oder lesen. Ich kenne die Menschen nicht und ich werde zu großer Wahrscheinlichkeit nie ein Wort mit ihnen wechseln und trotzdem weiß ich, dass sie im Café neben mir saßen, während sie mich nicht einmal bemerkt haben.

Traurig, wenn die Herzen zu Roboterbatterien werden. Einzig alleine gut genug dafür, um den Körper am Leben zu halten. Nicht um damit zu lieben, nicht um damit Glück zu fühlen. „Give people your love and not your like.“ – Werde Erfinder deiner selbst und stelle die kalte, technische Batterie wieder zum gefühlvollen, kleinen Herzen um. Mach dich verletzlicher, lerne daraus und werde stärker.

6 replies to “Look up little heart

  1. Ich gebe Dir sooooooo Recht !
    Ich hasse es, wenn Menschen durch die Gegend stolpern, weil sie nur auf ihr Display stieren und nichts mehr von der Umwelt mitbekommen
    (ich lasse sie übrigens gern „auflaufen“ 😀 )

    Sogar Tierparkbesucher schauen nicht auf die realen Tiere, sondern auf die Info`s dazu auf ihrem Handy 😦
    Ich habe Leute erlebt, die sich neben einander sitzend SMS schrieben, anstatt sich zu unterhalten, und sich in die Augen zu sehen ! 😦

    -> Ich hoffe auf einen mächtigen Sonnensturm und Ausfall der Technik, damit die Menschen wieder zu sich selbst und zueinander finden !!!

    Liebe Grüße
    Bärlinerin

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    1. Ich würde es genauso machen – die Leute aufflaufen lassen.
      Die haben es dann nicht anders verdient. 😉

      Wie traurig, wirklich. Die Tiere sind doch viel spannender. Und meist gibt es doch schöne Infotafeln über sie, da muss man doch nicht noch im Internet nachschauen… 😦
      Das Leute sich SMS schreiben, während sie nebeneinander sitzen, habe ich auch schon erlebt … Furchtbar!

      Hach, das wäre es doch. Die Leute würden verrückt werden und (vielleicht) merken, wie abhängig sie schon von der heutigen Technik sind!

      Liebe Grüße!

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  2. Bisher habe ich es immer schon geahnt. Jetzt WEIß ich es, Ines:

    Unser beider Augen würden sich, säßen wir im selben in Zug, begegnen!!!

    Der letzte Absatz Deines Eintrags ist „unbelievable wonderfull“ – Für solche Sätze MUSS ich Dich mögen!

    Viele liebe Grüße an Dich!

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