Lebenssinn- Eine Defintion, bitte!

Wie kam ich klar in den letzten Tagen, ohne ein Wort hier verloren zu haben? Nicht einmal ein kleines. Seit Anfang März hetze ich meinem Leben hinterher. Es steht nicht still, es fordert mich. Manchmal lege ich am Tag etliche Kilometer zurück, nur um am Ausgangspunkt wieder anzukommen. Aber dennoch: Ich mag es so. Ich mag die Hektik und ich mag es gerade so, wie es ist.

Dennoch habe ich mich – jetzt wo ich zum zweiten Mal in zwei Wochen am Meer war – bei einem Spaziergang gefragt, was der Sinn des Lebens ist. Lange habe ich darüber nachgedacht. Während ich gefroren habe, während ich gelaufen bin, während das Meer getobt hat und ich mir einen Sonnenbrand holte. Und was ist dabei rausgekommen? Nichts. Ich habe keine Antwort auf diese Frage.

Sicher hat jeder Mensch schon einmal über den „Sinn des Lebens“ nachgedacht. Jeder. Manche denken ständig darüber nach, jagen hinter der Antwort hinterher, wie ein Jagdhund seiner Beute. Andere denken nur ganz selten daran. Verschwenden kaum ihre Zeit damit. Ist es nicht so, dass man immer über den Sinn nachdenkt, wenn man sich unwohl fühlt? Wenn man am liebsten in einer mütterlichen Umarmung versinken würde oder hinter Vaters Rücken Schutz suchen mag? Wenn es einem so schlecht geht, dass man einen Sinn braucht, wie besessen danach sucht, um Licht ins Dunkle zu bringen? Denken glückliche Menschen über den Sinn des Lebens nach?

Einige benennen Tiere oder ihren Sport zu ihrem Sinn. Andere finden ihren Sinn in Personen. Ist es sinnvoll jemanden so viel Vertrauen zu schenken, dass man den eigenen Lebenssinn in ihm sieht? Menschen nutzen sich aus. Menschen leben als Einzelgänger. Wie kann dann eine Person der Sinn einer anderen sein. Für mich klingt das nicht schlüssig.

Wir leben für unseren Hund, er ist wie ein Kind für uns. Er lebt für’s Surfen, ohne wäre er nur halb so glücklich. Sie lebt für ihn, er ist ihr ein und alles. Eine Defintion für dieses Wort mit den vier Buchstaben kann unterschiedlicher und subjektiver also nicht sein. Muss man denn immer einen eigenen Sinn im Leben finden? Vielleicht erfüllt man ja auch den Sinn von jemanden anderen. So in der Art von: „Du hast meinem Leben erst Sinn gegeben.“ Womöglich leben Menschen dafür, dem Leben eines anderen Sinn zu verleihen. Man braucht den Sinn nicht, man ist der Sinn.

Was ganz eindeutig ist: Der Sinn des Lebens ist nie leicht zu finden. Er ist schüchtern, zurückhaltend. Er will gelockt werden und zeigt sich vor allem bei Leuten, die nicht nach ihm suchen. Wahrscheinlich ist genau das der Trick – einfach zu leben.

14 replies to “Lebenssinn- Eine Defintion, bitte!

  1. Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Die Leute, die ihr Leben einfach leben und nicht tiefgründig nach dem „Warum, Wieso, Wie, Für was“ fragen, kommen ganz gut zurecht und haben auch ein erfülltes Leben. Ich bin immer noch nicht darauf gekommen, was wirklich wichtig ist, wie ich mein Leben am sinnvollsten lebe. Wenn ich Dein Profil so anschaue: Fotografieren kann auch der Teil des Lebenssinns sein. So ist es momentan bei mir. Auch wenn da schon manche Ernüchterung erfolgt ist. Aber man sollte nicht immer alles hinterfragen, sondern öfters mal einfach das machen, bei dem man ein gutes Gefühl hat. 🙂

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    1. Ein schöner Gedanke: Einfach das machen, wobei man sich gut fühlt!
      Und du hast Recht – auch die Fotografie kann es sein. Der Sinn versteckt sich wahrscheinlich in vielen kleinen Dingen.
      Danke für deinen Kommentar! (:

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  2. Wenn ich darf, möchte ich hier mit zwei meiner Tagebuchnotizen kommentieren, die zwar auf den ersten Blick im Widerspruch stehen könnten, aber m. E. doch sehr eng miteinander korrespondieren …
    *

    *
    dennoch …
    *

    *
    Dir noch eine schöne und erfolgreiche Woche
    L G … P a c h t

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    1. Ich sehe auch eine Verbindung in den beiden Gedankengängen. Meiner Meinung nach zwei sehr interessante Ideen, an die man sicher noch viele Folgegedanken anbringen kann.

      LG
      und ebenso eine schöne Woche!

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  3. Der Sinn des Lebens…

    Ich vermag nicht zu beurteilen, ob die, die „einfach“ leben und wenig oder gar nicht nach dem Sinn fragen, tatasächlich die glücklicheren Menschen sind.

    Zudem versteht jeder unter Glück etwas anderes.

    Mein Sinn des Lebens besteht darin, mir die Einmaligkeit der Schöpfung, das Geschenk, das mir gegeben ist, sie wahrnehmen, begreifen zu können, immer wieder bewusst zu machen. Mein Sinn des Lebens besteht darin, zu versuchen, andere Menschen darin zu stärken, dies ebenso zu sehen, allen Widrigkeiten zum Trotz. In diesem Sinne eine Spur zu hinterlassen, in anderen Herzen, in anderen Seelen, das ist Lebenssinn.

    Lebenssinn findet man auch in einer selbst gegründeten Familie, in dem Wünschen und Tun für den geliebtesten Menschen, für das eigene Kind. Darüber hinaus aber auch in dem für jene Menschen, die sich als wirkliche Freunde heraus kristallisieren – und schließlich grundsätzlich für Werte wie Gerechtigkeit, Respekt, Frieden.

    So ist es bei mir. –

    Jeder wird für sich anderes finden. Und alles davon ist gut und hat seine Berechtigung, wenn es sich nicht gegen andere Menschen, gegen die Schöpfung selbst richtet.

    Insoweit ist es aus meiner Sicht wichtig, sich immer wieder bewusst nach dem Sinn zu fragen und diesen zu hinterfragen.

    Viele liebe Grüße!

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    1. Ich glaube es ist andersherum: Die die glücklicher sind, die leben „einfach“ und fragen daher nur selten nach dem Sinn. Aber jeder, wirklich jeder macht sich Gedanken darüber – dessen bin ich mir sicher.

      Eine schöne, persönliche Defintion hast du für dich gefunden. (:
      Jeder hat seine eigene und so kommen wahrscheinlich sehr unterschiedliche Dinge dabei herum.
      Und ich gebe dir Recht: Jeder sollte darüber nachdenken und sich den Sinn bewusst machen.

      Liebste Grüße!

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  4. Mit dem „Sinn des Lebens“ haben sich ja schon Generationen von Philosophen beschäftigt – OHNE eine Antwort darauf zu finden, denn diese Antwort kann nur jeder für sich selbst finden. …
    Manche Menschen sehen ihren Sinn in der Arbeit oder der Elternschaft; andere wollen nur Spaß 😉
    Wenn man Freude am Leben hat, dann ist das Leben auch sinnvoll – auch wenn andere das nicht so sehen.
    Man sollte sich nie an anderen orientieren – auch nicht an deren vermeintlichem Glück, denn jeder muß seinen eigenen Weg dort hin finden 😉

    Ich glaube, dass Du auf einem guten Weg dort hin bist !

    Liebe Grüße
    Bärlinerin

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    1. Es gibt so viele verschiedene, individuelle Sinndefinitonen – wahrscheinlich unzählige.
      Das ist eine schöne Aussage von dir, dass jeder seinen eigenen Weg zum Glück finden muss und das Leben sinnvoll ist, solange man daran Freude findet. (:

      Danke sehr!
      & Liebe Grüße

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  5. hallo,
    meiner meinung nach liegt der sinn von allem, und damit auch „der sinn des lebens“ im lieben.
    möglicherweise ist die zweite „regel“, die der ausbreitung?
    alles liebe..
    ciao
    ralli

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    1. Solange die Liebe überwiegt, ist vieles machbar. Und ich denke daher steckt der Sinn auf jeden Fall auch im Lieben. (Was jeder für sich liebt, ist ja subjektiv.)

      Liebe Grüße an dich!

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  6. Der eindeutige Sinn, den das menschliche Leben hat, wird verborgen von den Dingen, die unsere Intelligenz ihm auferlegt. Wir wollen einen Sinn finden, der nicht so einfach, nicht so „animalisch“ ist, sondern in einer Gesellschaft betrachtet ehrenwert, liebenswert, lebenswert und individuell… Das kann man aus den bisherigen Kommentaren gut erkennen.

    Der alleinige Sinn unserer Existenz besteht aber darin, unsere Art aufrecht zu erhalten. Es ist mit uns wie mit allen Lebewesen. Wären wir nicht intelligent, oder was man als intelligent bezeichnet, wären wir wohl glücklich. Aber wir sind nicht glücklich, wir sind unzufriedene, immer nach oben strebende Kinder, immer auf der Suche und nie am Ziel. Welches Ziel…?

    Die Frage nach dem Lebenssinn, nach dem wir heute so verzweifelt suchen, ist erst mit der Bildung einer Gesellschaft aufgekommen, mit all den Jahrtausenden, in denen wir uns mehr und mehr einbilden, keine Tiere, sondern Menschen zu sein. Wir schaffen uns eine Seele, kommunizieren, folgen oder führen, sind schwach oder stark, bestehen in der Gesellschaft, oder eben nicht. Aber betrachtet man genauer, wo am Ende alles hinführt, ist es der Fortbestand der Rasse. Wir gründen Familien, seit eh und je. Je mehr Menschen auf dem Planeten wohnen, desto komplizierter wird der Prozess der Fortpflanzung, das Auswahlschema wird immer größer, viel zu groß, so groß, dass wir aus den Augen verloren haben, dass es doch nur darum geht, den Platz als Mensch auf der Erde behalten zu dürfen.

    Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst. Nicht mehr und nicht weniger… Mir hilft das immer, wenn ich an komplizierten, scheinbar unlösbaren Dingen zu nagen habe, wenn mir mal wieder etwas gar nicht gefällt, oder ich mich von jemandem gekränkt fühle. Das ist der Lauf der Welt… Es ist immer simpel gewesen, unsere Vorfahren und wir haben es nur kompliziert gemacht.

    Leider wird man für diese Meinung eher schief angeschaut, als ernst genommen, weil allein durch das Bestehen einer Gesellschaft niemand diesen Sinn des Lebens akzeptieren will…

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    1. Vielen Dank für deinen langen Kommentar. (:
      Mich hat er auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt. Und auch wenn du sagst, dass du von vielen schief angeschaut wirst, weil du dies als Lebenssinn siehst, kann ich die Leute nicht wirklich verstehen. Ich finde jeder sollte seinen eigenen Sinn im Leben finden. Manche interpretieren da nun mehr rein, manche machen sich gar keine Gedanken darüber. Und das Leben selbst als Sinn zu nehmen, finde ich doch ziemlich einleuchtend! Ist ja auch das wichtigste. Einfach leben.

      Dass wir wohl die einzigen Lebewesen auf der Erde sind, die sich über sowas Gedanken machen, da stimme ich dir voll und ganz zu. Aber wir machen uns eh viel zu viele Gedanken, über alles. Manchmal ist es sinnvoll so viel darüber nachzudenken, manchmal ist es auch einfach nur Blödsinn..

      Liebe Grüße.

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  7. oh ja, auch glückliche menschen denken über den sinn des lebens nach. meiner meinung nach viel mehr. da ist die angst vor der vergänglichkeit des glücks. wenn es einem zu gut geht und man keine probleme hat und dann auch noch zeit, kann man schonmal nachdenklich werden. so ist es zumindest bei mir.

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    1. So habe ich das noch gar nicht gesehen. Aber das klingt absolut einleuchtend! Mir geht das auch so, wenn ich eine „Glücksphase“ habe, dann kann ich das Glück manchmal gar nicht begreifen und mach mir gleichzeit Gedanken über die bevorstehende „Pechphase“.

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