Ein Tag voller Schmeichelei

Nicht jeder kann alles. Eigentlich kann niemand alles: nobody is perfect. Ich weiß, ich weiß. Schon gar nicht ich. Aber manchmal, ganz selten und wirklich nur ganz manchmal, wenn alles gerade super läuft, man sich gerade großartig fühlt, sich nicht beschweren will, dann glaubt man fast ein bisschen dran. Dann ist man stark wie Pipi Langstrumpf. Oder fröhlich wie die Glücksbärchis. Vielleicht so schwunghaft und weltrettend wie Spiderman.

Im Hinterkopf ist aber doch immer ein bisschen Angst mit dabei. Angst davor, das irgendwann die große Überraschung kommt und einen das Negative die Wolke 7 unter den Füßen wegreißt. Ganz leise und heimlich, so dass man es kaum kommen sieht. Das Leben ist wie eine Achterbahnfahrt. Auf und ab und hoch und runter. Aber ein Karussellkind, immer nur im Kreis, möchte ich auch nur sein, wenn es ein guter Kreis ist und kein Teufelskreis.

Nochmal zurück zum „alles-oder-nichts-können“. Wie schon erwähnt kann ich mehr nichts als alles. Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, was ihr nicht könnt? Die letzten Tage ist mir wieder einmal aufgefallen, wie schlecht ich darin bin jemanden ein Kompliment zu machen. Meist verstecke ich mich hinter Witzen, Ironie oder Sarkasmus. Da das aber was ist, was man meines Erachtens doch können sollte – damit man auch wenigstens irgendwie soziale Kontakte pflegen kann, oder mal mit dem Zaunpfahl winken – habe ich mir vorgenommen das zu üben.

Ja, ich werde die nächsten Tage dazu nutzen, Leute mit Komplimenten zu überschütten. Wahrscheinlich wird mich keiner ernst nehmen, aber immerhin bin ich dann für den Notfall vorbereitet! Das ist fast wie einen Tauchkurs im Hallenbad zu machen, aber sich dann nie ins Meer zu trauen. Oder sich einen LKW Führerschein zuzulegen und nie vorzuhaben auch tatsächlich zu fahren. Oder wie ein Kleidungsstück, was man sich irgendwann mal gekauft hat, aber niiiiie anziehen wird. Immerhin hängt das für den Notfall im eigenen Schrank und nicht im Laden. Ihr versteht schon, was ich damit sagen will.

Mit dem ersten Kompliment möchte ich gleich einmal beginnen. Auch wenn es vielleicht ein klein wenig nach Disney-Kitsch klingt, ist es doch ganz ernst gemeint und kommt auf jeden Fall vom Herzen: Liebe Leser, ihr schreibt die schönsten Kommentare! Ganz wirklich!

8 replies to “Ein Tag voller Schmeichelei

  1. Ich finde, dass Du es sehr wohl verstehst, Komplimente zu machen.

    Wie oft hast Du schon einen Text, ein Gedicht oder Formulierungen von mir als „bezaubernd“ oder „wunderschön“ charakterisiert – wie oft hast Du Dich auf ganz eigene, für mich ein Kompliment ausmachende Weise für etwas bei mir bedankt! Wie oft hast Du eine Eigenschaft, einen Charakterzug von mir gewürdigt!

    Ich denke, es kommt auch sehr darauf an, inwieweit ein Gegenüber bereit ist, Äußerungen, die als Kompliment gemeint sind, als solche zu erkennen und anzunehmen.
    Das gilt auch für die, die vielleicht ein wenig „versteckt“ daher kommen.

    Stärken, Schwächen, Komplimente, Kritiken als solche zu erkennen hat viel damit zu tun, inwieweit jemamd bereit ist, sich auf den jeweils anderen Menschen einzulassen, sich bemüht, ihn zu erkennen, zu verstehen, die Beweggründe dafür, dass der andere sich so oder so gibt oder auch mal „versteckt“.

    Was ich von Dir denke und halte, weißt Du längst, und obwohl Du auch das weißt, bekräftige ich es hier noch einmal: Meine Meinung von Dir macht kein Kompliment aus, schon gar nicht eine bloße Schmeichelei – ich bin inzwischen sehr überzeugt davon, dass sie der Wahrheit sehr nahe kommt.

    Danke, immer wieder für die Art, in der Du mich begleitest, einschließlich Deiner Komplimente für mich!

    Dafür bekommst Du jetzt auch ein ♥ von mir.

    Viele liebe Grüße, Ines

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    1. Danke sehr, ich finde das war ein wunderschönes Kompliment, mir diese netten Worte zu senden. (:

      Versteckte Komplimente finde ich besonders schön – welche worüber man einen Moment lang nachdenken muss, damit man sie erkennt. Aber das kann auch nach hinten losgehen, bzw. unbeachtet bleiben.

      Danke, danke, danke. Vom Herzen.
      Liebste Grüße!

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  2. Schmeicheln soll helfen. Das haben Psychologen auch schon festgestellt. Wenn man das Gute am Anderen entdeckt und dieses der Person auch mitteilt, verbessern sich die Beziehungen zu den Mitmenschen. Aber in einen laengeren Beziehung sollte man dem Partner auf ruhige Weise auf die nicht so attraktiven Punkte hinweisen und zwar so dass diese nicht beleidigt ist.

    Unsere Handwerker bauen fleissig an unserem Anbau und jeden Tag bin ich aufs Neue ueber den Fortschritt ueberrascht. Ich sage es Ihnen auch.

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    1. Und das ist ja auch irgendwie ein kleines Kunststück, je nachdem wie Kritikfähigkeit der andere ist, diese „weniger attraktiven Punkte“ anzumerken.
      Wahrscheinlich ist das sogar um einiges schwieriger, als Komplimente zu verteilen – vielleicht sollte ich das als nächstes üben. (:

      Die Handwerker freuen sich bestimmt sehr, wenn sie dein Lob erhalten. Da geben sie sich sicher noch einmal extra Mühe!

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