Slainte!

Es gibt einen Tag im Jahr, der muss weitaus glorreicher gefeiert werden als zum Beispiel Fasching. Oder sonstige Feiertage. Das kuriose ist: Das ist gar kein wirklicher Feiertag, zumindest nicht für uns. Eigentlich nur für die Iren. Aber weil sie alles so schön in meiner Lieblingsfarbe schmücken – auch sich selbst – und weil sie einfach die beste Stimmung beim Feiern verbreiten, feiern wir jedes Jahr solidarisch mit. Den 17. März in allen schönen Grüntönen. Nachträglich also an alle: Happy St. Patricks Day!

Warum das jedes Mal eine so große Feier wird, in einem viel zu kleinem Pub, weiß ich auch nicht. Vielleicht weil wir immer leicht zu spät kommen, nämlich dann, wenn alle anderen schon stundenlang das dunkle Bier in sich hineinlaufen lassen haben und uns Gentlemenlike die unbequemen Hocker ohne Lehne anbieten. Unsere männliche Begleitung findet das mäßig cool und verschwindet. Soviel zum Thema: Wir feiern das wieder gemeinsam.

Es ist laut hier. Es wird geschrien und gesungen und ständig angestoßen. Bier wird ausgeteilt, ohne das ich merke, wer eigentlich bezahlt. (Das liegt nicht daran, dass ich betrunken bin, sondern weil ich den Überblick über die Leute verloren habe – es sind einfach zu viele.) The same procedure as every year: Der Mann mit Gitarre auf der Bühne. Sein Alkoholpegel wahrscheinlich doppelt so hoch wie unserer. So verbreitet er mit Witz und ohne jeglichen Charme seine Lieder – vielleicht macht ihn gerade das so charmant?
Es wird voller und voller und ich habe endlich eine Rückenlehne gefunden: Der Typ hinter mir. Fraglich wer hier wen ausnutzt.

Spät ist es noch nicht, als wir gehen. Jedoch habe ich bis dahin meinen Schal verloren, dafür bin ich um ein Glas Guinness reicher und fast wären wir aus dem Pub geflogen. Wir ziehen die Chaoten magisch an. Egal wo wir hinkommen, irgendwer tanzt doch immer aus der Reihe. Aber immerhin hat uns unsere eigentliche Begleitung wiedergefunden. Der Abend hat sich gelohnt. Zumindest bis ich heute morgen um 5 Uhr wieder aufwachte und mich selbst noch nie für so dämlich gehalten habe: Wie soll ich heute, nach einer fast schlaflosen Nacht und dem ein oder anderem Bier, einen vier-stündigen Kletterkurs mitmachen?
Na Prost Mahlzeit. Oder Slainte – um nicht aus der Gewohnheit rauszukommen.

16 replies to “Slainte!

    1. Das kann ich mir gut vorstellen, dass der St. Patricks Day auch in England gefeiert wird. (:

      Das Lied von den den Dubliners kannte ich noch nicht – ich werd mir das direkt mal anhören. Danke!

      Liebe Grüße
      Ines

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  1. In Amerika wird das auch ganz groß gefeiert.

    Hier in Berlin gibt es inzwischen auch schon einen Umzug, in den vielen Pubs wird gefeiert, und der Fernsehturm erstrahl in grünem Licht.

    Irischer Spruch :
    „Gott muß ein Ire sein, denn sonst hätte er den Whisky nicht erfunden.“

    Liebe Grüße
    Bärlinerin

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    1. Das in Berlin auch schon solche Feierlichkeiten stattfinden, habe ich auch schon mitbekommen (:
      Wirklich sehr cool, dass sich das so „schnell“ verbreitet. Irgendwas scheinen die Iren richtig zu machen.

      Den Spruch kannte ich auch – und irgendwie trifft er ja auch zu! Mit den weisen Sprüchen haben sie’s ja: „Life’s too short not to be irish.“

      Viele Grüße
      Ines

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  2. Ich war schon seit vielen Jahren in keinem irischen Pub mehr. Hier in meinem „Kaff“ gab es mal einen ganz schönen (und nur den einen!), aber der ist schon seit ein paar Jahren dicht. –

    Ich mag das „Kilkenny-Beer“ gern. Früher, in dem Pub hier, gab es auch ab und zu Live-Musik – Musik mit der Klampfe oder dem Banjo und „Waschbrett“. Und eigentlich immer nur nette, entspannte Leute.

    Schade, inzwischen fehlt mir Zeit und Gelegenheit für solches Erleben…

    *

    Dein St.Patricks-Ausflug klingt ja ziemlich spannend und auch nicht ganz unanstrengend. Und dann heute Klettern – na, ja in Deinem Entree hier steht ja offenkundig nicht umsonst „Abenteurerin“ – ich glaube, Du kennst Dich schon seit einer Weile ganz gut …

    In jedem Falle wünsche ich Dir genug Kondition und viel Spaß fürs Klettern und natürlich, dass Du gesund und unverletzt wieder eintrudelst.

    Liebe Grüße, Ines!

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    1. Wie schade drum! Ich finde diese Pubs haben immer ein gewisses Wohnzimmerflair. Vielleicht liegt es an dem guten Guinness oder Kilkenny, aber meist sind sie auch schön verwinkelt und klein, so dass es gemütlicher wird (:

      Anstrengend war es schon irgendwie, aber wirklich auch ganz nett. Vielen Dank! Den Kletterkurs habe ich heile und vor allem mit viel Spaß und wenig Kondition überstanden.

      Beste Grüße zurück!

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      1. „Wohnzimmerflair“, genau das ist es.

        Ich war mal in einem Pub in irgend einer kleineren Stadt in der Uckermark, da saßen wir in einem so „abgewinkelten“ Raum, mit Ledersesseln (!) und Bücherregalen drum herum. Werde ich nie vergessen – herrlich urig, hätte ich am liebsten als Wohnung für mich angemietet … 😉

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