Kompassorientierung

Manche Menschen sind Fans von den verschiedensten Kerzen, Uhren oder Tassen. Von Musik, Filmen und sämtlichen Gegenständen. Ich bin Fan von Kompassen (und vielem anderen). Ab und an Wünsche ich mir einen zur Hand. Ich würde das kleine Kästchen aufklappen, über das Holz -ja es wäre ein Holzkompass mit wunderschönen Verzierungen- streichen und ich wüsste genau, wohin ich zu gehen hätte. Denn das fehlt mir oft. Von Zeit zu Zeit fühle ich mich ganz schön verloren. Nicht im Sinne von orientierungslos, sondern eher wie ausgesetzt und vergessen.

Mein Kompass würde mir nicht die Richtung nach Norden anzeigen, denn dahin finde ich dank der Sonne auch so. Er würde mir anzeigen, wohin ich zu gehen hätte, welche Entscheidungen ich wie zu treffen habe und wo mein Zuhause ist. Danke, Jack Sparrow, dass ich seit diesen Piratenfilmen diese Flausen im Kopf habe.
Es häuft sich ein riesiger Berg von Dingen an, die entschieden werden müssen. Zukunftsweisend. Und ich stehe irgendwo dazwischen, hebe das eine oder andere an, lasse es wieder fallen und schiebe es dann vor mir her. Ich warte auf jemanden, der mir sagt, wo es lang geht, um dann trotzdem genau das Gegenteil davon zu machen. Denn das ist ebenfalls typisch für mich.

Als ich das letzte Mal wandern war, bin ich selbstverständlich den Wegweisern gefolgt. Und plötzlich stehe ich da und frage mich, wo es nun lang geht. Auch hier hätte mir der Kompass geholfen. Doch manchmal muss man einfach nur etwas genauer hinschauen. Einige Dinge, die auf den ersten Blick verwirrend und total sinnfrei erscheinen, sind auf den zweiten Blick wirklich wegweisend. Ich schaue mich also mal um und versuche auch die kleinen, scheinbar sinnlosen Dinge wahrzunehmen und sie mir zu Gunsten zu machen. Dieses Fehlen von jeglicher Entscheidungslust, wünsche ich nun wirklich keinem. Hoffentlich habt ihr es da einfacher!

9 replies to “Kompassorientierung

  1. Ähnlich wie du von Kompassen bin ich Fan von karten 🙂

    Wobei so ein richtig schöner Holzkompass, mit tollen Verzierungen – da würde ich auch nicht nein sagen!
    Wenn dieser mir dann noch die Richtung anzeigen würde, in die ich gehen sollte (bei deiner Beschreibung musste ich übrigens auch direkt an Jack Sparrow denken) – das wäre doch was.

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    1. Karten finde ich auch absolut faszinierend. Da steckt immer irgendwie ein Verbindung zu Abenteuern drin – ich schaue wohl einfach zu viele Filme. 😀

      Hoffen wir mal, dass wir auch ohne Sparrows Kompass ans Ziel kommen!

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  2. ich bin ja begeistert, dass sich eine frau an „piraten“ erwärmen kann. bisher dachte ich, das sei nur ein jungen- und später männerthema?
    wie oft habe ich z. b. „die schatzinsel“ von r. l. stevenseen oder andere wunderschöne südseegeschichten von ihm gelesen!
    immer unverbraucht und neu begeistern sie mich.
    wenn du findest und magst, empfehle ich dir die kleine geschichte von ihm: „der flaschenteufel“.
    zum kompass fällt mir der spruch ein „You don’t need a weatherman To know which way the wind blows“.
    ciao
    ralli

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    1. Oh doch, die Piraten haben es mir angetan!
      „Der Flaschenteufel“ steht nun auf meiner Bücherliste. Ich bin gespannt, wann ich ihn in die Hände bekomme. 🙂 Danke, für den Tipp!
      Dein Spruch ist wohl sehr passend. Mal schauen, woher der Wind wehen wird.

      Liebe Grüße!

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  3. Ach, die Entscheidungen. Vor allem, wenn es um grundlegendere Veränderungen geht, bin ich insoweit, mich selbst betreffend, unbrauchbar. Veränderungen machen mir zumeist Angst, bereiten mir Sorge.

    Einen Kompass fürs Leben brauche ich dennoch nicht (mehr) Ich weiß, wo ich hin möchte. Wenn man das weiß, kommt es viel mehr auf das Wetter als auf einen Kompass an. Ein gut Teil dieses Wetters machen die Menschen aus, mit denen man zu tun hat. Zumeist kann man sich die nicht aussuchen. Aber ein paar, die einem begegnet sind, die kann man festhalten, die helfen einem dann auch durch die Stürme, durch den Regen.

    Ich verstehe, dass es in Deinen jungen Jahren anders ist – auch bei mir war es so – plötzlich teilt sich der bislang beschrittene Weg in mehrere Abzweige. – Aber man weiß doch nie wirklich, wenn man sich für einen entschieden hat, wo er tatsächlich hinführen wird.

    Ich habe zum Beispiel erleben und damit fertig werden müssen, dass mein in der DDR gewähltes Studium und die danach gerade begonnene berufliche Laufbahn sich als völlige Sackgasse erwiesen haben und ich darauf keinerlei Einfluss hatte. Die gesellschaftliche Entwicklung hat das bedingt. Hätte es einen Kompass geben können, der die vorausgesagen könnte, zumal in all ihren wesentlichen Nuancen?

    Mit Kompass oder nicht, es bleibt immer Ungewissheit.

    Wo Dein Zuhause ist, weißt Du freilich besser als Du vielleicht selbst zu wissen meinst. So gut glaube ich Dich inzwischen zu kennen. Du weißt, dass es in den Herzen einiger Menschen ist, in Herzen, die Dir Heimat schenken. – Nur weißt Du noch nicht, wo jenes Herz ist, dass Dir umfassend, unmittelbar, ganz und gar Heimat sein kann und wird. Aber um dieses Herz zu finden, hast Du den Kompass in Dir: DEIN Herz!

    Ansonsten:

    Du weißt, wem Du schreiben, mit wem Du reden kannst, gerade dann, wenn es Dir schwer fällt, Dich zu entscheiden. Meine Ansicht, meine Meinung, meine Gedanken sind Dein, wann immer Du möchtest!

    Wie immer viele liebe Grüße, Ines!

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    1. Ich habe mich wieder einmal sehr über deinen Kommentar gefreut! Danke. Auch für dein Angebot, dir wieder einmal schreiben zu dürfen, wenn ich feststecke – Ich bin mir sicher, ich werde es nutzen.

      Es freut mich sehr, dass du keinen Kompass mehr benötigst, und ich hoffe, dass auch ich ohne klar kommen werde. Und deine „Wetterbeschreibung“ ist herzallerliebst.

      Ich werde mein Herz mal auf die Suche schicken, damit es bei Zeiten ein Zuhause finden kann. (Teilweise hat es dies ja schon gefunden, aber das ganz und gar wohlfühlen, fehlt dann doch noch.)
      Danke für deine lieben Worte!

      Die besten Grüßen!

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  4. Das hast Du wieder sehr schön geschrieben, und man kann Deine Gefühle nachempfinden.
    Es gibt ja Leute, die JA-NEIN-Würfel für Entscheidungen nutzen. ICH würde wahrscheinlich aus Trotz immer das Gegenteil tun 😉
    Mir hat der Kompass aus dem Film „Der goldene Kompass“ sehr gut gefallen, und auch die Vorstellung, dass wir alle einen tierischen Schutzgeist haben, der uns begleitet, beschützt und hilft.
    Kennst Du den Film ?

    Einen schönen Tag, mit richtigen Entscheidungen wünscht Dir die Bärlinerin

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  5. Vielen Dank!
    Da haben wir wirklich was gemeinsam – auch ich würde immer das Gegenteil davon tun.
    Die Vorstellung einen Schutzgeist zu haben, gefällt mir auch sehr. Ich hoffe er passt gut auf uns auf. Den Film habe ich gesehen, aber das ist schon einige Zeit her, ich glaube ich werde ihn mir demnächst noch einmal anschauen. 🙂

    Liebe Grüße nach Berlin und einen hoffentlich schönen, sonnigen Tag!

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