Bärenfellmützenmänner lieben freche Fotos. (London: Tag 2.2)

 St. James Park; Guards

Underground Station: Charing Cross

Auf der anderen Seite der Mall laufen wir am St. James Park wieder zurück. Unser Auge entdeckt die Bärenfellmützenmänner plötzlich ganz nah. Das rot ist ein wahrer Blickfang und die Kommandos klingen in unseren Ohren. Auch die restlichen Schaulustigen stehen erwartungsvoll hinter der Absperrung und schauen dem Spektakel zu. Als sich die Menschen etwas zerlaufen haben, stellen wir uns bereit zum Fotos machen. Hinter das Band trauen wir uns dann aber doch nicht zu steigen und so machen wir ca. 2 Meter vor den beiden Männern unsere Faxen. Immer wieder schielen sie aus den Augenwinkel zu uns herüber. Die Armen. In einem der kleinen Häuschen steht eine Tasse und ich frage mich sofort, wann die mal zum Trinken kommen, wo sie sich doch nur zum Marschieren und für den Armwechsel rühren dürfen. Auch fällt mir auf, dass immer nur einer der beiden das Kommando hat.

Paddington; Little Venice

Underground Station: Paddington, Warwick Avenue

An der Charing Cross Station steigen wir wieder in U-Bahn ein und machen uns auf den Weg nach Paddington. Der kleine Bär mit den roten Gummistiefeln läuft uns nicht über den Weg, aber ich denke das ist auch einfach nicht das Wetter für einen Bären.
Wir haben uns tatsächlich etwas verfahren. Das fällt uns auf, nachdem wir in Paddington ausgestiegen sind und vergeblich nach dem kleinen Venedig gesucht haben. Auf einem der Circle- Schautafeln, sehen wir, dass die nächste Station schon eher in Frage kommt.

Warwick Avenue. Sobald wir hier aussteigen und das Sonnenlicht zurück erblicken, wissen wir, dass wir hier im Viertel der Reichen gelandet sind. Die Häuser sind majestätisch. Weiß und groß zieren sie die Straße. Menschen sind hier kaum unterwegs. Dafür stehen auf den Parkplätzen die tollsten und teuersten Autos. Wir laufen staunend die Straße entlang und über eine der Brücken hinüber. Unter uns erstreckt sich einer der Little Venice Kanäle. Am Ufer steht ein Maler. Mit konzentrierten Pinselstrichen malt er die Landschaft nach. Es sieht beinahe wie eine Fotografie aus. Beneidenswert. Ein Stück weiter landen wir dann in einem Park am Ufer. Hier ruhen wir uns die nächste Stunde auf einer Bank im Schatten aus und lächeln über die frechen Kinder, die auf dem Rasen tollen.

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Das kleine Venedig / Little Venice

Ein Stück weiter kommt man direkt zum Kanalufer hinunter. Das Wasser glitzert wunderschön in der Sonne und die Luft riecht nach Wassermelonen. Ich würde mich liebend gern in das Bootscafe setzen und einen Cafe in der Sonne trinken. Das Hausboot mit unzähligen roten Blumen auf dem Dach ist jedoch schon voll. Hier verzehren die Leute ihre Scones und trinken einen schwarzen Afternoon Tea dazu. Ach, wie gern wäre ich nun Engländerin. Mit einem Haus und Hausboot in diesem Viertel. Am Kanal entlang wird der Weg immer enger und so müssen wir uns quasi an eins der kleinen schiefen Häuschen vorbeiquetschen. Hinter der Kurve haben sich die Hausboote versteckt. Sie liegen wie bunte Schuhkartons am Ufer, teilweise an zweiter Reihe. Durch die kleinen Fenster kann man in die Kabinen gucken. So gut wie alle Boote haben Blumentöpfe mit Pflanzen auf den Dächern stehen. Vereinzelt findet man auch Fahrräder an Deck, oder kleine bunte Fähnchen vor den Türen. An jeder Ecke gibt es etwas zu sehen. Jedes Boot ist anders und ich könnte Stunden schauen und die Unterschiede heraussuchen. Leider endet der Kanalweg ziemlich schnell. Auch auf der anderen Seite geht es nur ein kleines Stück weiter, vorbei an einem Restaurant und vielen kleinen Appartementhäusern, bei denen sie teilweise sogar Weintrauben auf dem Balkon anpflanzen. Hier ist der Trubel der Großstadt vergessen. Die Ruhe legt sich über einen, das Wasser plätschert und vereinzelnde Kähne tuckern auf dem Kanal entlang. Wir lassen dies alles auf uns wirken und drehen um, um mit der überhitzen U-Bahn aus Little Venice wieder zurück zum Hotel zu fahren.

London Eye (Fahrt)

Underground Station: Westminster

Es wird langsam dunkel in London, doch diese Stadt, diese wunderbare, einzigartige Metropole schläft nie. Als wir aus der U-Bahn Station gegenüber des Big Bens treten, beginnt die Dämmerung einzusetzen. Wir schlendern mit dem Strom über die Brücke und sind wie verzaubert. Auf der anderen Seite der Themse, mit Blick auf den Glockenturm, ergibt das ein wundervolles Fotomotiv. Der Ben wird von warmen Licht umhüllt und steht ruhig und edel an seinem Platz.

Unser Ziel ist jedoch das London Eye. Diesmal wollen wir eine Fahrt wagen. Schon etwas spät dran, hoffen wir überhaupt noch eine Runde zu erwischen. (Die letzte Fahrt geht um 21 Uhr.) Die Anstehschlange an den Kassen im Gebäude gegenüber, sind verhältnismäßig kurz und es dauert gar nicht lange, da haben wir unser Ticket für 19,20 Pounds in der Hand.

Zuerst geht es in das 4D Kino. Hier wird erst einmal ein Foto gemacht, auf dem wir ziemlich schräg aussehen, weil wir leider nicht so schnell verstanden haben, was der junge Mann eigentlich von uns will. Ein bisschen weiter ist dann der große Raum und wir suchen uns ein paar gute Plätze. Um diese Zeit ist das Kino nicht mehr so voll und der Film beginnt recht schnell. Schon bald strömt Nebel durch den Raum und nass werden wir auch. Sogar Seifenblasen schwirren zwischendurch vor unseren Brillen umher. Der Film geht ca. 10 Minuten und veranschaulicht London und das London Eye.

Wieder draußen bewegen wir uns voller Euphorie auf das Riesenrad zu. Auch hier ist nicht mehr viel los und die Schlange schreitet schnell voran. Die Taschenkontrolle am Eingang passieren wir etwas verwirrt. Dorthinter stehen schon die nächsten Spaßvögel bereit. Auch sie wollen wieder ein Foto machen und bitten uns vor die Wand. Als auch sie herausbekommen haben, woher wir kommen, höre ich eine weitere Abfolge deutscher Wörter wie „jawohl“, „sehr gut“, „danke“, „das war gut“ u.ä.
Ich liebeliebeliebeliebeliebe es ja, wenn Engländer deutsch reden, weil der Akzent sich dann so zuckersüß anhört. Leider ist keine Zeit, ihm weiterhin zu lauschen, denn wir werden weiter nach vorne gedrängelt und müssen uns nun einreihen. Die kleinen silbernen Tore vor uns erinnern eher an einen Achterbahneingang, als an die Türen zu einem Riesenrad. Aber was sollte schon schief gehen?

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Die wahrlich schöne Fahrt im London Eye.

Wir bemerken recht schnell, dass wir im Fahren einsteigen müssen. Allerdings stellt sich dies als kein Problem heraus. Mit einem kleinem Schritt und ein bisschen Überwindung, stehen wir schon im Inneren der geräumigen Kabine. Mit uns ca. 10 andere. Und dann geht der Spaß los. Langsam hebt uns das Eye in die Höhe. Mittlerweile ist es dunkel draußen und uns erwartet ein wahres Lichtermeer. Es glitzert und glänzt überall, wohin das Auge nur reicht. Hier und da tauchen berühmte Gebäude auf. Unter uns das House of Parliament. Es scheint als würde mir die Stadt mit Millionen Augen zuzwinkern. In der Themse s
piegeln sich die Farbspiele. Umso höher wir steigen, umso wundervoller erstreckt sich London unter uns. Ach, was bist du nur für eine schöne Stadt. Verehrtes London, ich bewundre dich. Egal, ob ich zu Fuß durch deine Straßen wandre, oder in einer Gondel durch die Nacht schwebe. Großstädte tun‘s mir an. Ich schieße unzählige Fotos, und möchte eigentlich, dass diese Fahrt niemals endet. Doch nach einer halben Stunde ungefähr, lautet die Ansage, sich langsam an der Tür aufzustellen, um wieder in die anbrechende Nacht zu starten. Ohne Gondel und ohne Flügel. Nur mit unseren Füßen und unseren Augen, die trotzdem jedes Detail versuchen aufzunehmen.

Liebe

x Die Guards von Nahem zu sehen.
x Durchs kleine Venedig zu schlendern & das Leben zu genießen.
x Die Fahrt im London Eye bei Nacht & die 1 Mio. Lichter

3 replies to “Bärenfellmützenmänner lieben freche Fotos. (London: Tag 2.2)

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