Open Flair Festival// Freitag: Rumgecaspert

2010 und 2011 war ich schon einmal dabei. Bei diesem immer weiter wachsenden Festival. Auch dieses Jahr habe ich mich wieder aufgerafft um ein Wochenende voller guter Musik mit tausenden von Menschen zu teilen.

Als schwierig erweist sich die Parkplatzsuche, gerade für die, die etwas später anreisen. Organisation ist in meinen Augen etwas fehlerhaft hier. Da sperren die ein komplettes Feld für den Parkplatz, lassen aber niemanden drauf, weil die Parkplätze in der Umgebung noch nicht voll genung sind. Ist ja auch nicht so schon anstrengend genug, nein, da soll man auch noch sonst wo parken.
Aber zum Glück ergattern wir noch an der Straße einen Parkplatz. (Ob das Auto das als Glück empfindet, bleibt fraglich. Abschleppen wird uns ja wohl heute keiner.)

Die Bändchen bekommen wir reibungslos. Da wir schon um 12 Uhr auf dem Gelände sind, sind noch kaum Menschen da. Wir lassen uns im Schatten nieder und hören und sehen Findus zu. Eine ziemlich geniale Band, die zu unrecht noch Recht unbekannt ist.

Eine Gruppe Männer zieht meinen Blick auf sich. Der eine kommt mir doch irgendwie bekannt vor?
Mit ihren dunklen Röhrenjeans, die schwarzen T-Shirts und die Cappys und Mützen. Die Köpfe im Takt zur Musik, der eine mit der Kamera am Filmen. Plötzlich wird es mir klar. Oh mann, ich hab wahrhaftig Casper vor mir stehen. Wie absolut cool ist das denn bitte?
Nach langem Überlegen trauen wir uns dann doch noch zu ihm rüber zu gehen und ein Foto mit ihm zu machen. Der Tag ist gerettet. Benjamin scheint ein cooler Typ zu sein.

Der Tag verläuft zwischen Festivalgelände und Auto. Mit Bands wie Sondaschule, Pennywise, Bad Religion, Hoffmaestro, NoFX.
Das Accessoire des Tages ist der Bierbecher in den Händen der Menschen. Die ausgefallensten Dinge bekommt man hier zu sehen. Ob es nun ein als Legomensch verkleideter Typ ist, oder doch eher eine Wassermelone. Seifenblasen schweben durch die Luft. Vor uns liegen Menschen auf dem trockenen, staubigen Boden und schlafen bei lauter Musik und enormen Bass. Der Typ im Bikinioberteil wird ständig angegrabbelt, lässt sich beim Schlafen aber nicht weiter stören. Für ihn scheinen die anderen Menschen nur lästig wie umherschwirrende Fliegen zu sein. Er verscheucht sie mit einer Handbewegung und nickt wieder ein.

Gegen Abend leuchten die Knicklichter an jeder Ecke auf. Das Gelände füllt sich immer weiter. Mit NoFX kommt endlich ein bisschen Stimmung auf und die Leute rasten aus. Auch die riesigen, leuchtenden Menschenpuppen sind wieder da und zeigen den kleinen Leuten, wie getanzt wird. Sie sehen aus wie aus Spinnenweben gemacht.

Mein persönliches Highlight tritt um 23:45 Uhr auf die Bühne. In Form eines schlanken Mannes mit Bart, Röhrenjeans und Cappy. Vor etlichen Stunden noch neben ihm gestanden, jetzt etliche Meter entfernt. Casper macht keine langen Faxen. Er reißt die Leute mit und bringt alle zum Toben. Hände in der Luft, Mittelfinger hochgestreckt, alles ist am Ausrasten. Auch mir tun zum Schluss die Beine, der Rücken, der ganze Körper weh. Vom Stehen, vom Tanzen, vom Ausrasten.
Bei Alaska scheint es, als explodieren ganze Kanonen voller weißer Konfetti. Und man ist drin im eigenen Alaska, weil alles weiß ist, weil es schneit, weil jeder hier für sich dem Typen vorne zuhört. Feuer, Pyro, alles dabei. Das Wichtigste jedoch: Die unverkennbare Stimme. Gänsehaut pur.

 

2 replies to “Open Flair Festival// Freitag: Rumgecaspert

  1. Für mich sind solche großen, lauten Veranstaltungen, mit so vielen „ausrastenden“ Menschen fremd, unheimlich – ich kann zu so etwas nicht gehen.

    Aber so, wie Du es für Dich beschreibst, spürt man Deine Freude sehr unmitelbar.

    Ich staune, wie gut Du so unterschiedliche Dinge jeweils tatsächlich zu genießen vermagst, die Ruhe und Romantik von Ummanz ebenso wie die schrillen Typen, ausrastenden Menschen und die lauten Bässe vom Festival.

    Liebe Grüße, Ines!

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    1. So lange ich diesen Ausgleich finden kann, zwischen Ruhe und Chaos, kann ich das ab und zu mal mitmachen.
      Ansonsten halte ich mich von hektischen Menschen auch lieber fern. 🙂

      Liebe Grüße zurück an dich!

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