Himmelgelb

Oder: Wie Erdbeeren wachsen

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Das leise, stumpfe Geräusche, wenn die Klötze des Winkingerschachs getroffen wurden. Sie fallen zu Boden wie gefallene Krieger. Mein Blick schweift zu dem blauen Himmel, der langsam die Farbe ablegt und sich wandelt.

Sonnenuntergang. Und plötzlich ist alles gelb. Flugzeuge hinterlassen rosa Streifen und malen ihre Botschaften in die Lüfte. Mit einem zugekniffenem Auge male ich von hier unten die Striche nach. Die Himmelskunstwerke. Das Gras zwischen meinen nackten Zehen. Die Vögel, die ihre Geschichten zwitschern. Lieder aus der Natur.

Und ich denke daran, wie die Erdbeeren wachsen. Wie sie ihre Blüten zur Sonne hinstrecken und wie es sein kann, dass daraus eine Frucht entsteht. Eine Grüne, eine unreife. Sie färbt sich rot, durch Blut und Liebe und durch Herzen.
Und wenn man zu viel davon isst, bleiben die Bauchschmerzen zurück.
Vielleicht bin ich ein Erdbeerkind.

Ich wachse im Sommer, mit dem Gesicht zum Himmel.
Meine Liebe entfacht sich und geht bis ins Blut. Bis in mein Herz.
Zuckersüß und erdbeersüß.
Ich bekomme Bauchweh von all den Erinnerungen.
Geräusche der Menschen um mich herum. Warme Körper neben mir.
Das falsche Lachen, die falsche Person.
Der falsche Ort, die falsche Zeit.
Doch Erdbeerkinder tanzen auch im Regen. Sie lachen laut und wild. Sie lachen ohne Ende und ohne Grund.
Denn das Leben ist besonders schön, solange die Sonne scheint.

2 replies to “Himmelgelb

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