Eine Weltreise durch’s Tierreich (Zoom Gelsenkirchen)

Hibbelig und nervös sitzen wir um Zug nach Gelsenkirchen. Nicht, weil wir es kaum erwarten können, all die exotischen Tiere zu sehen, sondern weil wir Bedenken haben überhaupt jemals am richtigen Ort anzukommen. Der Busfahrer aus Wanne-Eickel hat es ziemlich eilig. Vielleicht wurde er extra vom Zoo bezahlt, um die Leute ins Abenteuer zu befördern. Er rast mit dem Bus, als wären wir mit dem Jeep in Afrika unterwegs. Wie eine Safari. 50 im Ort ist für ihn zu langsam und ob die Fahrgäste sich nun verkrampft an den Stangen festhalten müssen, damit sie nicht bei jedem Huckel vom Sitz geschleudert werden, interessiert ihn nicht. Er will ans Ziel. Und wir ja schließlich auch. Kann also nicht schaden sich schon mal auf die Weltreise vorzubereiten.

Wir hetzen zum Eingang, denn schließlich ist es schon beinahe 15 Uhr. Schlangen gibt es somit nur im Zoo und nicht an der Kasse. Dafür ist das Gedränge im Park umso größer. Jeder hatte diese tolle Idee am Pfingtssonntag Tiere zu begutachten. Grässlich, dass dann auch noch das Wetter mitspielte.
Wir falten ungerührt den Erlebnisplan auseinander und wieder zusammen und beschließen kurzer Hand einfach eine der Welten zu betreten.

Afrika

Die Sonne scheint heiß in der afrikanischen Landschaft. Die Löwen liegen faul im Schatten und halten Mittagsschlaf. Überhaupt keines der Tiere regt sich irgendwie. Alle sind platt und vom Wetter zum Schlafen verbannt. Beobachtet von Millionen Menschenaugen. Die Pfade und Wege, die sich durch Afrika ziehen sind rötlich. Vereinzelt stehen Hölzhütten in der Gegend herum. Wären die etlichen Leute nicht hier, würde man sich in die Tiefen Afrikas hineinversetzen können.
So beobachtet man nun einfach die Schnauze der Hyänen, die durch die Büsche hervorschaut. Die Zebras verscheuchen mit ihren Zebraschweif die Fliegen vom Fell. Gnus und Antilopen zeigen sich wenig begeistert vom Ansturm der Menschen. Die Ziegen hingegen suchen alle Hände nach etwas essbarem ab. Selbst die Stachelschweine liegen wie tot in den Ecken ihres Geheges.
Von dem Safariaussichtspunkt schaut man direkt in das Giraffengehege. Ich bin verzaubert. Diese Tiere mit ihren langen Beinen und langen Hälsen und langen Zungen und einem Fellmuster wie aufgemalt. Meine Augen kleben an ihnen, wie das Eis, was wir gerade vernascht haben an meinen Lippen klebt. Die kleinste Giraffe- ganz winzig ist sie, mit hellbraunem Flecken- knabbert seelenruhig an den Sträuchern herum.
Irgendwann müssen wir weiter. Vor uns liegt noch eine weite Reise um die halbe Erde.
Doch bevor ich die Erdmännchen nicht zu Gesicht bekommen habe, kann ich aus Afrika nicht verschwinden. Die flinken, braunen Freunde laufen hektisch im Außengehege herum. So schnell, dass ich sie kaum aufs Foto drauf bekomme. Ob es in Ordnung ist, wenn ich mir einfach eins einstecke? Vielleicht lassen sie mich dann nicht mehr mit der Bahn mitfahren.

Giraffe

Asien

Eine neue Welt. Diese ist mir komplett unbekannt und ich freue mich schon auf fremde Tiere. Vor vier Jahren war Asien noch eine Baustelle, doch heute kann ich es endlich betreten und schon nach den ersten Metern bemerke ich, dass es einiges zu sehen gibt. Man braucht gute Augen um die kleinen Panda in im Baum zu entdecken. Sie sehen aus wie Kuscheltiere. Regungslos und plüschig. Die Trampeltiere sehen aus, als würden sie schmollen, mit ihren dicken Lippen. Nachdem wir die Orang-Utans und Schweinsaffen begutachtet haben, geht es in die Dschungelhalle. So stelle ich mir Asien vom Klima her vor. Die Affen sind alle draußen und toben an den Seilen umher. Doch Schildkröten und Schönhörnchen gibt es zu sehen. Das Nilpferd starrt mit großen Augen zurück. Es hat Gummibeine und mag sich nicht bewegen. Die Tiger dösen im Schatten. Mein Blick wandert an die Decke der Halle: Was sind das für merkwürdige Tiere dort? Flughunde! Sie baumeln vom Deckengerüst und kratzen sich vereinzelt unter den Achseln.
Es wird zu warm hier neben den Vogelspinnen und den Schlangen. Die kleine Brise Luft ruft.

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Alaska

Bei 21 Grad im Schatten kommt kaum etwas vom Alaskafeeling bei uns an. Doch auch diese Welt ist wunderschön und mit Liebe zum Detail gestaltet. In der Holzhütte baumelt das Fleisch von der Decke und irgendwie kann ich mir schon vorstellen gleich auf die Rentiere und Eisbären zu treffen. Und so ist es auch. Die Rentiere überraschen sogar noch mit einem winzigen, weißen Baby. Das flauschige Ding, das da kaum stehen kann, möchte ich gerne mit nach Hause nehmen.
Besonders gefreut habe ich mich auf den Unterwassertunnel, doch wegen der vielen Algen ist leider kaum ein Tier zu sehen.
Dafür liefern die Seelöwen eine extra Show für uns. Sie springen wie die Wilden durch das Wasser und aus dem Wasser.
Auch der Waschbär zeigt sich mit gewohnter Diebesmaske beim Waschen von irgendetwas undefinierbarem.
Stinktiere sind keine zu sehen, das macht mich sogar etwas traurig. Dafür schrubbt sich jedoch extra für uns der Kodiakbär seinen Rücken.
Man merkt, dass bald Fütterungszeit ist, denn die Eisbären laufen nervös vor den Türen umher. Selbst die zwergwüchsige Antonia streunert durch die Gegend. Etwas weiter begegnen wir noch den Wölfen (schlafend) und dem Elch (futternd).
Dann ist unsere Weltreise im Reich der Tiere auch schon am Ende angelangt.

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Fazit des Zoobesuchs ist: Kann man alle vier Jahre ruhig mal machen. Die Eintrittspreise sind fair und den Tieren scheint es gut zu gehen. Die Welten sind super gestaltet, so dass man sich wirklich in die einzelnen Kontinente hineinversetzen kann. Die Tiere sind nicht weit von einem entfernt und die Gehege sind architektonische Wunder. Es scheint als würde keine Gitter, keine Absperrung oder ähnliches zwischen dir und dem Tier stehen. Das garantiert dir immer den besten Blick.
Einer der besten Zoos Deutschland, würde ich behaupten. Mir kann man jedoch nicht trauen, ich kenne sonst nur einen einzigen Weiteren. Also heißt es auch hier wieder: Wer möge, bilde sich sein eigenes Urteil vom LuchsGiraffenNilpferd.

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