Fliegende Schildkröten. (Köln)

Bis nach Köln war ich vorher nie gekommen. Wusste auch nie, was mich da großartig erwarten sollte. Alle Sehenswürdigkeiten die man so kennt (egal ob in Köln oder wo anders) sind nie so, wie man sie vorher auf Fotos gesehen hat, oder im Fernsehen.
Doch als ich dann doch nach Köln kam haute mich der Dom schon ein bisschen um. Tatsächlich ist er ziemlich imposant und ziemlich aufwendig gebaut. Das einzige was nicht so schön ist, ist das ständige Gerüst um ihn herum. Es klebt an ihm, wie ein lästige Warze.

Einkaufen kann man hier zumindest nicht so entspannt wie in anderen Großstädten. In der „Shoppingmeile“ sind die Häuser zu dicht aneinander. Sie drängln, als würden sie in einer Warteschlange stehen. Es laufen viel zu viele hektische Menschen umher und die Musik der einzelnen Läden vermischt sich zu einem anstrengendem Geräuschcocktail. Aber was auf jeden Fall sehenswert ist, ist das Globetrotter. Zumindest für die, die Outdoor Sport lieben. Kanus, Kletterausrüstung oder den Tauchanzug testen? Alles kein Problem hier…
Stunden kann man hier mit beobachten verbringen.

Die Sonne geht langsam unter und von wo kann man das besser sehen, als vom Rhein aus? Die Brücke auf der wir entlangschlendern ist fast jedem bekannt. Nicht weil sie sonderlich schön gebaut ist, sondern wegen der unzähligen Liebesbeweise in Form von kleinen Schlössern. Sie baumeln an den Geländern. Millionenfach. Wer hier nicht die Liebe in der Luft spürt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Wie ausgefallen die Schlösschen doch sind. Mal ein Fahrradschloss, mal ein winziges, wie von einem Tagebuch. Die verschiedensten Formen haben sie: Schildkröten, Herzen,….
Wer Langeweile hat, kann ja mal zählen, wie viele hier so rumhängen. Würde mich mal interessieren. Ein buntes Farbspiel ist es alle Male. Wäre ich so ein kleines Schlösslein, ich würde Platzangst bekommen.

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Die Kranhäuser sind nur recht klein am Rheinufer zu erkennen. Sicher teuer so eine Wohnung dort. Mich interessiert eher die Farbe des Wassers. Nicht so dunkel und schon gar nicht braun, wie man das aus anderen Großstädten von ihren Flüssen her kennt. Eher türkis. Haben die den eingefärbt, damit man das schöner findet? Ich würde es denen zutrauen. Immerhin haben sie einen Platz über einem Konzertsaal gebaut, der während der Konzerte dann nicht betreten werden darf. Kluger Architekt.

Unser erfrischender (es ist bitterkalt, sobald die Sonne weg ist) Spaziergang am Rheinufer gestaltet sich kurz. Wir wollen zurück nach Dormund, denn der Wind ist ekelig und die Sonne leider verschwunden. Langsam kommen die zwielichtigen Gestalten ans Licht. Es geht zurück zum Bahnhof, nicht ÜBER den komischen Platz hinweg, aber vorbei am Dom.
Unsere „Flucht“ ist nicht weil ich Köln nicht mag, sondern einfach der Kälte wegen.

Mein Eindruck: Köln ist was für Abenteurer. Für Leute die den Trubel der Großstadt lieben. Für Romantiker.
Umso mehr Zeit man hier verbringt, umso mehr schöne Sachen kann man entdecken. Mit anderen Städten nicht zu vergleichen. Ob ich Köln genauso ins Herz schließe wie andere Städte, bleibt noch fraglich. Es waren nur ein paar Stunden, die ich mit ihr verbringen konnte und sie hat sich von einer schönen, freundlichen Seite präsentiert. Für ein zweites Date sollte es reichen. Mit dem Dialekt der Kölner kann ich mich zumindest schon mal anfreunden.

3 replies to “Fliegende Schildkröten. (Köln)

      1. und wenn du dann jemanden siehst, der auserlesene Tortenstücke, Kuchen gepaart mit feinem englischen tee in netter begleitung und ansprechener Umgebung verzehrt, dann bin ich es. 😉
        manchmal auch im kaufhof an der kleinen bierbar mit der kölschen spezialität „halve hahn“.. *)
        ciao bella

        *) Nein, kein halbes Hähnchen, sondern ein Roggen-Brötchen mit Gouda-Käse belegt verbirgt sich hinter dem „Halve Hahn“
        Der Kölner an sich mag es bodenständig und einfach: da kommt ein simples Gericht wie der Halve Hahn gerade recht. In der einen Hand das Kölsch-Glas, in der anderen das halbe Röggelchen mit Käse – so sieht man es in vielen Kölner Brauhäusern.

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