Langläufer leben länger

Ein sonniger Sonntag mitten im Schneegebiet. Da wir nun schon Snowboarden ausprobiert hatten, wollten wir nun Langlauf testen. Allerdings hatten wir davon keine Ahnung, so musste erstmal ein Kurs gemacht werden.
Wie vor einem Jahr, kamen wir wieder zurrück zu diesem netten Team von Menschen und ließen uns unsere Sachen ausgeben. Schuhe, Skier, Stöcke. Wieder ging es mit dem Auto zum Abfahrtpunkt. Als wir aus dem Auto ausstiegen, überwältigten mich fast die Gefühle. Hier oben war nichts außer Schnee und der glitzerte verführerisch in der Sonne.

Unser Lehrer war auch schon vor Ort, ebenso wie die restlichen Kursteilnehmer. Zuerst also die Skier anschnallen. Das ging schon mal viel einfacher als beim Snowboard. Da hatte ich zum Schluss nämlich vor lauter Schwäche Krämpfe beim Anschnallen bekommen. Hier allerdings ging alles ganz locker. Nun über den kleinen Hügel Schnee, der den Parkplatz einrahmte. Im Treppenschritt schritten wir darüber hinweg. Pah, wenn das alles so einfach war, dann würde das ja ein Kinderspiel werden. Unsere Lehrinhalte waren zuerst das Langlaufen (wie bewegt man sich eigentlich richtig?), die Notlandung (auf dem A****) und das Wiederaufstehen (mit der Hand, NICHT mit dem Stock).

Das ging die 100 Meter schon mal ganz gut. Weil das keiner mehr üben musste, gleiteten wir bis zur Kante des „Abhangs“ vor. Nun ging es – mit unseren Anfängeraugen gesehen- steil bergab. Hier sollten wir runter, oder was? Ja, das sollten wir. Und so lernten wir auch gleich das Bremsen in der Loipe. Bein raus und immer schön schief halten. Da irgendwie die Geschwindigkeitssucht vom Boarden noch in mir war, wollte ich den Hügel am liebsten hinunter sausen. Aber ich sah das Problem: Die Loipen waren ziemlich voll. Somit fuhr ich nur einmal hinab, und doofer weise musste ich dann ja auch wieder hinauf. Puh, wo war der Sessellift? Ich hatte beim Snowboardkurs gute Erfahrungen mit den Leuten vom „Bergsportteam“ gemacht. Katzenauge jedoch ließ sich heute nicht blicken. Und sicher fragte sich unser neuer Lehrer, warum ich ihm so tief in die Augen sah, aber ich fragte mich tatsächlich, ob er vielleicht auch ein bisschen Katze in sich hatte.

Unser Lehrer merkte schnell, dass einige aus dem Kurs das Bremsen in der Loipe nicht so gut beherrschten und so fuhren wir bis zum nächsten kleinen Hügel und übten dort weiter. Für die Fortgeschrittenen kam nun der Schneeflug (bremsen mit beiden Beinen), das Lenken (aus der Hüfte heraus) und das Loipenwechseln in Notsituationen (leichter als gedacht). Ich wollte jedoch lieber so schnell wie möglich den „Berg” hinunter und so leicht wie möglich wieder hinauf. Auch das hinauflaufen lernten wir natürlich, aber entweder ich habe es falsch gemacht, oder es gibt keine einfache Version davon.
Manche bremsten tatsächlich schon, bevor sie überhaupt losgefahren waren. Das alles war urig. Trotz einiger Stürze der anderen, hat es allen Spaß gemacht. Unser Lehrer verabschiedete sich nach 1 ½ Stunden.

Wir folgten noch ein bisschen den Loipen. Die Runde die wir drehten, war länger als ich vermutet hatte. Doch umso länger man fuhr, umso eher kam man in den eigenen Rhythmus hinein. Das schwingen und abstoßen ging irgendwann wie von selbst. Einige der Hügel (die angeblich Anfänger geeignet waren) wurden von meinem Bruder und mir mit viel Spaß bezwungen.

Als wir irgendwann zurück am Auto ankamen, waren wir ziemlich kaputt. Es tat sehr gut, die Beine endlich auszuruhen und sitzen zu können. Auch der heiße Tee schmeckte prima. Kalt war uns allerdings nicht. Ein Tag, von dem man getrost sagen kann, dass alle ihren Spaß hatten und das wir das sicher wieder tun werden. Auch wenn mein Bruder und ich bestimmt eher beim snowboarden bleiben werden

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