Paris (Tag 4): Mickey Mouse im Weltall

Disneyland Paris

Obwohl wir uns auf das Disneyland freuten, wollten wir einfach liegen bleiben. In den unbequemen Betten. Das taten wir natürlich nicht. Genau genommen hasteten wir nach einer Katzenwäsche zum Frühstück und dann in den Bus. Die Fahrt nahm ich wieder einmal nur verschwommen war. Umsteigen, neue Plätze suchen, weiter fahren. Irgendwann waren es nur noch ein paar Minuten und unsere Aufregung stieg. Oh ja! Das Disneyland! Schon als wir auf den Parkplatz fuhren und uns mit den geraden Rollbändern zum Eingang befördern ließen, kam ich mir vor wie im Märchenland. Die Musik trug einiges dazu bei. Anstehen, Karten entwerten, hinein in den Park. Unglaublicherweise fand ich es hier auf Anhieb einfach nur schön. Den Schein der zauberhaften Welt zerstörten mir nur die Soldaten vor dem Eingang. Mit bösen Blicken und Maschinengewehren über der Schulter, flößten sie mir wirklich Angst ein. Aber das war gleich vergessen, denn es gab links und rechts kleine, kunterbunte, kitschige Disneyläden. Süßigkeiten, Essen, Andenken – Alles was das Herz begehrte. Entlang der Mainstreet konnte wir direkt auf das fantastische Schloss blicken. Es war kleiner als ich es mir vorgestellt hatte, aber trotzdem entzückend. Wir bewegten uns gezielt auf die Achterbahnen zu.

Die erste Achterbahn mit der wir fuhren begann auf dem Festland und führte unterirdisch zur Insel. Auf dem Rückweg zur Startstation kam der Looping. Wir stiegen aus und fühlten uns gut. Es gab so wundervolle Fahrgeschäfte und Läden. Die Schneewittchenbahn (langweilig!), Karussellfahrten auf Pferden (bezaubernd).
Wir merkten schon bald, dass wir etwas zu essen brauchten. Doch vorher wollten wir dringend die „Space Mountain: Mission 2“ Achterbahn ausprobieren! Sie verbarg sich in einer großen Kuppel, daher konnten wir von außen rein gar nichts sehen. Gab es Loopings? Schrauben? Wir maßen unseren Angstfaktor an den restlichen Anstehenden. Alle wirkten gelassen. Ebenso waren Kinder in der Anstehschlange. Konnte also so schlimm nicht sein! Wir wurden richtig nervös, als der Wagen vorfuhr und wir unsere Plätze einnahmen. Loopings gab es auf jeden Fall, denn die Sicherungen kamen von oben und umschlossen den ganzen Oberkörper.
Um es nicht so übertrieben zu sagen: Es war die schlimmste Achterbahnfahrt, die ich bis dahin erlebt hatte. Selbst die Black Mamba im Phantasialand war dagegen harmlos. Man sah einfach rein gar nichts von der Bahn. Vorbereiten konnte man sich daher überhaupt nicht. Die Planeten und Sterne flogen dir um den Kopf und du erkanntest sie nur an dem aufblitzenden Licht. Ich weiß bis heute nicht, wie viel Loopings diese Bahn hat. Ich hörte nur mich schreien: „Mir ist so schlecht!“ und meine Freundin neben mir „Ich sterbe!!!“. Irgendwann bremste die Bahn ab. Gerade freuten wir uns, dass es nun endlich zu Ende war, da preschte sie wieder los. Als wir zur Station zurückkamen und ausstiegen, zitterten mir die Knie. Nie wieder würde man mich dazu bringen, noch eine weitere Runde mitzufahren. Auf keinen Fall!

Der Hunger siegte sowieso. Deshalb zogen wir zur Mainstreet zurück, selbstverständlich durch das Schloss hindurch. Hier kauften wir uns Salat und Burger. Kaum etwas vegetarisches gab es hier. Da wir noch einen Coupon für ein kostenloses Heißgetränk hatten, holten wir uns einen Kaffee. Mit diesem stellten wir uns dann zu der wartenden Masse an den Straßenrand. Gleich war es soweit! Die Parade begann! Geschmückte Wagen zogen zur typischen Disneymusik an uns vorüber. Alice im Wunderland, das Dschungelbuch, Cinderella, und und und.

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Das märchenhafte Cinderella Schloss & ein paar der Disney Charaktere.

Dann begann es zu schneien. Es schneite dicke, glitzernde Schaumflocken. Ach wie bezaubernd! Mir ging es nach dem Kaffee und der Stärkung tatsächlich etwas besser. Wir entschlossen uns jedoch trotzdem lieber eine Runde mit dem Zug durch den Park zu schippern.
Nach ewiger Wartezeit am Bahnhof, saßen wir endlich. Wie gut es tat zu sitzen und nicht in Angstzustände auszubrechen. Wir froren und wollten gar nicht mehr aufstehen. Insgesamt fuhren wir dann 2 ½ Runden und schauten uns dann die Show mit Donald, Mickey und Goofy an. Währenddessen schlief ich fast ein. Ich wollte auch nicht mehr aufstehen. Es ging mir mies, ich wollte ins Bett, mir war so kalt. Nölig und kaputt liefen wir trotzdem wieder los. Langsam wurde es schon dunkel und die Lichter gingen an. Ein ganz neues Erlebnis und so zauberhaft. Hatte ich da gerade Piratenland gelesen? Jack, wo bist du? Wir liefen hin. Die Black Pearl öffnete leider erst im nächsten Jahr, doch die Piratenfahrt fanden wir doch noch. Wieder eine endlos lange Schlange. Aber zum Glück war es überdacht und daher etwas wärmer. Plötzlich begann jemand „If you‘re happy and you know it clap you hands“ auf französisch zu singen. Es hörte sich wunderbar an. Und die ganzen Wartenden machten mit! Es folgte: „Jo-ho, jo- ho Piraten habens gut.“

Schon bald saßen wir in den Booten und schauten uns die Geschichte der Karibikpiraten an. Jack fand ich leider nicht. Aber trotzdem gab es viele Szenen aus dem Film. Wir fanden es einen gelungenen Abschluss unserer Parktour. Da nicht mehr allzu viel Zeit blieb, ließen wir den Park hinter uns und steuerten auf das Village zu. Eigentlich auf der Suche nach einem Fast Food Laden. Wir fanden ihn in der letzten Ecke. Nach ewigen Anstehen fragte ich die Bedienung, ob sie einen vegetrischen Burger hatten. Sie schaute mich fragend an. Dann antworte sie: „Yes! With chicken.“
Ich erklärte ihr, dass das genau das war, was ich nicht wollte. Lachend und ohne essen, verließen wir den Laden wieder. Auch an den anderen Ecken gab es nichts. Mein Baguette, was ich am Morgen aus dem Hotel mitgehen lassen hatte, war natürlich im Bus geblieben. Wir hatten noch so viel Zeit. Daher durchstöberten wir die Andenkenläden. Soetwas hatte ich noch nirgendwo gesehen. Hallen voller Disneyfiguren. Als Schlüsselanhänger, T-Shirts, Masken, Kristallfiguren… Wir hätten in jeder Ecke etwas neues kaufen können. Einfach umwerfend. Allerdings begnügten wir uns damit, die Sachen nur aufzusetzen und witzige Fotos damit zu machen. Später lachten wir uns halb kaputt darüber.

Irgendwann war die Zeit gekommen um, zum Bus zurück zu gehen. Wir lauschten noch einen Weihnachtsrap und begaben uns dann auf die Rollbänder zum Parkplatz zurück. Es begann zu regnen, oh pardon, zu schütten! Der Wind peitschte den Regen gegen unsere Jacken und Hosen. Der Bus kam eine viertel Stunde zu spät. Trotzdem waren wir einfach nur erleichtert auf den unbequemen Sitzen zu sitzen, Baguettes zu essen und zu wissen, dass wir den Tag mit viel Spaß überstanden hatten.

Lichterrundfahrt

In Paris zurück, kam die Lichterrundfahrt. Paris ist im Dunkeln noch einmal ein ganz anderes Erlebnis als im Hellen. Überall tauchten Lichter auf, ob sie nun von den Autos kamen oder von den unzähligen Geschäften. Wir fuhren vorbei an Museen und Sehenswürdigkeiten. Der Eifelturm ragte leuchtend neben uns auf. Immer wieder machten wir kurze Fotostopps um noch einmal ein letztes Foto von den wunderschönen Ecken Paris zu machen.
Ein Highlight der Lichterrundfahrt war der Stop am La Fayette. Die Weihnachtsdeko verpackte das Gebäude in einen einzigen riesigen Hingucker. Die Lichterbögen funkelten und strahlten. Im Vergleich zu den traditionellen Schaufenstern, war das jedoch nichts. Als wir erst einmal davor standen, wusste man gar nicht, wohin man den Blick zuerst wenden sollte. In jedem Fenster tanzten die Puppen. Sie spielten Gitarre, waren auf Konzerten, fuhren VW Bus, saßen in einem großen Friseursalon. Sie bewegten sich hinter den Scheiben. Am Tag wirkte das Ganze bestimmt nicht so schön, wie jetzt zur Abendzeit. Vor allem bekam man tagsüber kein Bein an Land um überhaupt so genau gucken zu können. Schließlich waren wir auch einfach an den Schaufenster vorbei gelaufen, ohne sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

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Die Schaufenster des La Fayettes & der Eifelturm

Als alle im Bus saßen ging es Richtung Louvre. Hier machten wir etwas ganz verbotenes. Wir fuhren mit dem Bus direkt vor das gläserne Dreieck und mit dem Bus durch die engen Bögen wieder zurück auf die Straße.
Nun verabschiedeten wir uns tatsächlich von der Stadt. Die Stadt mit den weißen hohen Häuser, dem Turm aus Metall, mit all den schönen Menschen. Die Stadt an dem dicken Fluss, die all die Sehenswürdigkeiten beherbergt und wo jeder diese schöne Sprache spricht. Nach Hause wollten wir nicht, doch unsere Reise war vorüber und zwangsweise verließen wir die Stadt.
Die Stadt in der wir unsere Herzen verloren hatten.

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