Paris (Tag 3): J‘adore Paris!

Schloss Fontainebleau

Genauso müde wie wir am vorigen Abend ins Bett gegangen waren, saßen wir nun im Bus. Es war kurz vor neun und es ging Richtung Fontainebleau. Unerwarteterweise verschlief ich die Fahrt und war überrascht, als wir nach so kurzer Zeit schon da waren.
Wir hielten an der Straße, links Häuser, rechts die Mauer die den Schlosspark umzäunte. Da auch hier freier Eintritt für uns galt, ließen wir uns direkt noch einen Audio Guide aufschwatzen. (Den wir eigentlich nicht gebraucht hätten, aber hinterher ist man immer schlauer.) Wir standen also nun vor dem Schloss Napoleons. Ach, wie viel hatten wir über diesen Mann in den letzten Tagen gehört. Das Schloss war im Gegensatz zu dem des Sonnenkönigs recht klein. Es war aus beigen/ sandfarbenen Steinen erbaut und hatte wenig Gold und Prunk. Aber es wirkte.

Die Treppe zum Beispiel, die zum ehemaligen Haupteingang führte, war faszinierend. Wenn man aus der Tür oben trat, konnte man sich entscheiden, ob man den linken, oder den rechten Bogen der Treppe hinuntersteigen wollte. Keine Zeit sich darüber groß Gedanken zu machen, wir mussten in den Seitenflügel. Karten ausgeteilt, Audio Guide bereit. Wir beeilten uns los zukommen. Dann begann der Rundgang. Schon seit ich durch die erste Tür getreten war, hing mir der Geruch von Bohnerwachs in der Nase. Wir verloren unsere Gruppe schon bald und so streiften P. und ich alleine durch die Zimmer und Flure des herrlichen Schlosses. Es gab nur die großen, meist dunklen Zimmer, uns und das Wachpersonal. Dieses jagte uns alle zwei Zimmer einen riesigen Schreck ein. Wir ließen uns von den wachsfigurartigen Menschen auf den Stühlen nicht das Flair nehmen.

Wir staunten nicht schlecht, als wir riesige bunte Betten in den Zimmern vorfanden. Eine kleiner Zaun aus Gold trennte ein Zimmer, um einen Wohnbereich und ein Schlafzimmer aufweisen zu können. Wir schritten weiter umher und als ich so lief standen wir plötzlich in Marie- Antoinettes Zimmer! Wow! Mein Audio- Guide wies uns gerade freundlich darauf hin das Zimmer schnell zu durchqueren, damit es nicht beschädigt wird. Leider hatten wir den ersten Teil dieses Kommentars nicht mitbekommen und standen deswegen 5Min in dem kleinen Raum, um noch einmal zu erfahren WARUM wir denn weitergehen sollten. (Ja, sehr schlau von uns.)
Nachdem wir weitere pompöse und sehr bedrückende Zimmer gesehen hatte (warum musste man auch am helllichten Tag alle Fenster zuziehen?) kamen wir zu Napoleons Badewanne. Auf die hatten wir ja nun schon lange gewartet. Spektakulär wurde sie angekündigt und nun standen wir da, vor der einzigen Badewanne in diesem ganzen Schloss. Nur dadurch das es die einzige war, konnten wir ausmachen, das sie wohl von Napoleon sein musste. Faszinierend, ein kleines Wännchen in 10 Meter Entfernung in der hintersten Ecke zu betrachten. WOW! ICH HATTE NAPOLEONS BADEWANNE GESEHEN!

Damit endete unser Rundgang auch schon fast wieder. Wir bemerkten schnell das wir noch sehr viel Zeit hatten und schlenderten deshalb noch einmal durch den kleinen Schlossgarten. Durch den steinernen Mauerbogen ging es wieder zurück auf den Schlossplatz und in das kleine Dörfchen hinein. Eigentlich konnte ich mit ein Dorf in Frankreich irgendwie nicht vorstellen. Irgendwie ist es wie in Deutschland, nur ganz anders. Es gibt kleine Gassen, teure Läden und nur wenige Bäcker. Die Balkone sind auch hier mit niedlichen Blumen bestellt und in den kleinen Straßen findet man außergewöhnliche Geschäfte. Wir waren des Schlenderns müde und in Dörfern gibt es selbst in Frankreich nicht viele Straßen. 
Die Zeit bis zur Abfahrt überbrückten wir mit warten und weiteren Wanderungen im Dorf. Wir wollten gar nicht darüber nachdenken was nun noch für ein langer Marsch auf unsere müden Füße wartete.

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Schloss und Schlossgarten (oder der Weg dahin…)

Als alle versammelt waren ging es wieder zurück nach Paris, allerdings nicht bevor wir einmal durch den kleinsten Kreisverkehr gefahren waren. Nun hatten wir den größten und den kleinsten erlebt. Uh. Meine Augen fielen schon nach der zweiten Kurve zu, doch das Anwesen der Rotschilds musste ich mir noch ansehen. Was hatten die nur für einen riesigen Hof? Ein ganzes Gestüt. Woher die den Schotter hatten, wusste ich allerdings nicht. Ich drückte die Augen wieder zu, bis wir nach Paris kamen.

Triumphbogen; Champs Elyssee; Louvre

Hier fuhr sie uns noch durch die Stadt, zeigte uns die zweite Freiheitsstatur und die alten Fordwerk, von denen nur noch die großen, imposanten Tore übrig waren. Es war nett anzusehen, wie auch hier sich überall die Häuser aneinander drängten, wie die Leute auf ihre winzigen Balkone Blumen stehen hatte und außergewöhnliche Dinge wie Staffeleien. Am Triumphbogen wurden wir rausgeschmissen. Zuerst liefen wir tatsächlich in die falsche Richtung. Wir hatten den Weg gut durchplant und durften keine Zeit verlieren.

Unsere Energie war plötzlich zurück und mit neuem Schwung, fotografierten wir den Arc de Triumph, um dann die Champs Elyssee hinunter zu schlendern. Schon nach wenigen Metern bekam man kein Bein mehr an Land. Die Leute tummelten sich vor all den teuren, großen Läden. Ich weiß nicht, wie sie es hier aushielten, das ständige angerempelt von den Menschen ging mir langsam auf die Nerven. Doch ich war zu abgelenkt, schaute mich rechts und links um und fragte mich, wer darauf gekommen ist, die komplette Straße in weiß zu halten. Wir beschleunigten unsere Schritte, um den Zeitplan einzuhalten. Die Champs Elyssee führte uns parallel zur Seine, direkt zum Louvre.

Zuerst durchquerten wir den großen Park, in dem sich die Pfützen aneinander reihten. Hätte ich Gummistiefel dabei gehabt, dies wäre der wunderbarste Spielplatz für mich. Die Franzosen eilten hektisch an uns vorbei, einige saßen trotz des ungemütlichen Wetters auf den grünen Stühlen und unterhielten sich. Die Touristen jedoch hetzten mit ihren Kameras durch die Gegend.
Der Louvre begrüßte uns mit einem Tor, dass dem in Berlin sehr ähnelte. Groß und mit vielen Verzierungen, diente es als Fotoobjekt schlechthin. Dann sahen wir uns das große, berühmte Museum etwas genauer an. Leider hatten wir in unserm Zeitplan die Besichtung nicht mit aufgenommen und so konnten wir gerade noch ein Foto von dem berühmten Glasdreieck machen und uns dann durch die riesigen Tore davon schleichen.

Planlos hetzten wir weiter. Die Seine begleitet uns rechterhand. Das Wasser beruhigte mich irgendwie. Da wir gut in der Zeit waren, beschlossen wir unseren Füßen ein bisschen Ruhe zu gönnen und langsamer zu gehen. Wir entdeckten am Rand des Weges mehrere Stände mit faszinierenden, detailgetreuen Zeichnungen. Ich entdeckte vor allem schöne Franzosen. Als wir in ein etwas nobleres Viertel kamen (so erschien es uns), reihten sich plötzlich Tier- und Blumenläden nebeneinander. Wir schauten bewundernd in die abzweigenden Straßen hinein und blieben bei einer ganz besonders schönen stehen. Aus dem schwärmen für diese Straße kamen wir gar nicht mehr heraus. Rechts und links die Häuserreihen verliefen auf ein hohes Haus hin. Dieses war mit kleinen Balkonen bestückt und hatte eine rötliche Farbe. Es sah wunderschön aus. Die Häuser waren hier alle einzigartig und doch sahen sie fast gleich aus. Ich wünschte mir eine kleine Wohnung hier. In so einem großen weißgrauen Haus.

Schlösserbrücke; Quatier Latin; Montmatre

Nachdem wir aus unseren Tagträumen geschreckt waren und uns von dem Anblick der Straßen loseisen konnten, ging es weiter. Das nächste was uns auffiel war eine Brücke. Keine Brücke in dieser Stadt war gleich. Jede hatte ein anders Design. Die Berühmteste ist wohl die Pont Neuf, doch vor der standen wir nicht. Es war eine  Brücke, eigentlich ganz unscheinbar und wäre sie nicht so besonders, wäre sie hässlich. Ihr drahtiges, grünes Geländer zog sich bis zum anderen Ufer. Doch dieses Geländer wurde geziert von unzähligen Schlössern. Schlössern mit Namen, große, kleine, goldene, silberne, rote, dicke, dünne, mit Zahlenschloss, mit Schlüsselschloss,… Es war die Brücke zu der jedes Liebespaar kam und ein Schloss ans Geländer kettete, für die ewige Liebe. Der Schlüssel wurde gemeinsam in die Seine geworfen. Wir standen nun dort, entzifferten die Namen auf den kleinen Metalldingern und freuten uns über die Idee. Hütchenspieler wurden angezogen vom Andrang der Menschen.

Wir gingen weiter, um nicht in ihre Fallen zu tappen. Unsere Energie war verbraucht. Nun stand uns noch das Quartier Latin bevor, das Studentenviertel. Die kleinen Gassen überall, wieder die hohen grauen Häuser und überall gab es Bäcker. Wir schlenderten umher, vorbei am berühmten Hotel de Ville. Vorbei an großen Kaufhäusern, kleinen Läden und Wohnungen mit wunderschöner Einrichtung. Satt sehen konnte ich mich nicht.

Wir mussten weiter, es begann schon zu dämmern und wir wollten unbedingt noch ins Künstlerviertel um einzukaufen. Mit der Metro schafften wir es auch recht schnell dorthin. Zuerst ging es zum berüchtigten Tati, wir waren so gespannt auf die günstigen, schönen, französischen Kleidungsstücke und waren mehr als enttäuscht von dem, was vor uns hing. Betrübt zogen wir durch den Laden. Das war auf jeden Fall nicht unser Geschmack. Unsere Kraft verließ uns nun vollends und wir wollten nur noch schlafen. Die schlechte Laune überwältigte uns und missmutig trotteten wir die Straße wieder hinauf.  Doch die eine Straße, dort wo es zur sacre couer hinauf ging, dort wo unsere Reise begann, da wollten wir noch entlang schlendern.

Es tummelten sich Menschen auf dem Weg, unendlich viele. Wir ließen uns mitreißen vom Strom. Die Geschäfte waren rappelvoll. Schon bei den ersten bogen wir ein und durchquerten den Laden. Schlüsselanhänger, Ohrringe, Ketten, Pullover, T-Shirts,… Es gab so viel zu sehen. An einem Laden, der eher altmodisch aussah, blieben wir schon wenig später wieder stehen. Dort gab es Köstlichkeiten vom feinsten. Lollis, Kekse, Kuchen, Desserts. Die Auswahl war überwältigend. Der Hunger machte sich bemerkbar. Wir kauften uns jeweils zwei riesige Lutscher mit außergewöhnlichen Geschmackssorten und bestaunten den gutaussehenden Verkäufer. Dann traten wir wieder auf die belebte Straße. Die letzten Energiereserven bäumten sich in uns auf. Wir waren vollends übermüdet, lachten über unlustige Dinge und konnten plötzlich wieder laufen.
Ich habe mich immer gefragt, warum Menschen mit einer fremden Sprachen immer so laut redeten, aber jetzt hatte ich die Antwort: Es versteht dich sowieso keiner. Wir schrieen uns beinah an, immer wieder überrascht von den netten Dingen in den kleinen teuren Läden. Die Schaufenster hell erleuchtet und alles bunt. Postkarten mit Fell, Teekannen mit Beinen. Es gab alles.

Wir liefen zum Park hoch und wollten nun endlich ein Bild von der besagten Mauer machen, auf der in allen Sprachen und Dialekten der Welt „Ich liebe dich“ stand. Ein bisschen enttäuscht war ich schon. Es war eine blaue Tafel auf der unlesbare Wörter standen (bis auf I love you, je t‘aime, etc.) und die irgendwie kitschig wirkte. Aber im Moment fanden wir alles sehr romantisch. Schließlich waren wir in der Stadt der Liebe, da gehörte so etwas auch dazu. Als die Japaner vor der Mauer
abgehauen waren, konnten wir endlich ein paar Fotos machen. Es begann schon zu dämmern. Wir wurden immer übermütiger. Allerdings konnten wir unseren Hunger auch nicht mehr verleugnen. Die Restaurants waren voll bis zum Anschlag, kein Wunder an Silvester. Wir liefen die Straßen entlang, den gleichen Weg wieder zurück. Ich kaufte mir noch einen Pullover, damit ich wenigstens meine Liebe kundtun konnte. Unser Füße streikten, die Beine begannen wieder zu schmerzen. Der Plan stand fest. Erst einmal zurück zum Hotel und im Zimmer dann noch ein paar Stunden verschnaufen.

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Geschäfte und Straßen und eine romantische Wand.

Der Plan hatte sehr gut geklappt. Müde und erschöpft, saßen wir auf den Betten rum und fragten uns, ob wir je wieder aufstehen konnten. Das Essen lockte uns dann aber doch. Draußen wurde es nasskalt und ich fand Paris an diesem Ende der Stadt auf einmal nicht mehr so glänzend und wunderschön. Glänzend schon, denn die Straßenlaternen spiegelten sich in den Pfützen wieder. 
Wie gewohnt Supermarkt! Mit der Weinsektflasche stiegen wir in die Metro. Natürlich hatte unsere Stimmung wieder ein Hoch.

Freiheitsstatur; Eifelturm; Silvesterfeier

Die Leute schauten uns sehr merkwürdig an. Ich reichte die Flasche an P. weiter, um von mir abzulenken. Der Trick klappte, denn sie hatten es wirklich auf die Flasche abgesehen. Sie lachten uns förmlich aus. P. bemerkte es auch und schob mir die Flasche wieder unter. Wir vergaßen das schnell, denn diesmal hatten wir eine verzwickte Fahrtroute ausgesucht. Zum Glück kamen wir dann auch wirklich dort an, wo wir raus wollten. An der Seine. Irgendwo hier sollte die Freiheitsstatur rumstehen. Wir liefen durch die dunklen Gassen, über Brücken und an befahrenen Straßen entlang. Die Leute waren nervös, man merkte es ihnen an. Von einer Brücke aus hatten wir einen wundervollen Blick, die Seine hinunter und auf den Eifelturm. Unten am Ufer schlenderten wir weiter, Augen und Ohren offen, denn wir suchten ja noch ein Restaurant. Die Hausboote lagen dunkel und verlassen dort, zogen an ihren Leinen und schwappten gegen die Uferseiten. Dann entdeckten wir sie! Kühn und stolz stand sie vor uns. Wir knipsten und knipsten. Allerdings mussten wir noch näher ran, denn sie war wirklich winzig, dafür dass alle so einen Aufriss um sie machten.

Wir haten  noch einen weiten Weg durch sämtliche Viertel dieser Stadt vor uns. Und ich fasse es kurz: Es gab nirgends einen Platz im Restaurant. Die Imbissstände boten nur Baguettes an und davon hatten wir genug. Wir wollten etwas warmes! Bis zum Eifelturm ließen wir uns von der Masse tragen. Die Menschen strömten nur so dahin. Auf dem Platz davor standen ebenfalls Imbissbuden und weil wir einfach nicht mehr konnten, kauften wir uns dort ein briefumschlaggroßes Stück Pizza für 3,50€. Gott, es schmeckte einfach nur Scheiße. Meine Kopfschmerzen waren schlimmer geworden. P. und ich entschieden uns von unserer Bank runter zu kommen um die Lage im Park zu checken. Kaum standen wir vor dem Turm sprachen uns schon die ersten Polizisten an. Sie erklärten nett (auf deutsch), dass die Weinsektflasche hier verboten war. Angstvoll fragten wir, was wir denn damit tun sollten?
Durften wir sie austrinken, sollten wir sie wegschütten, oder gleich wegschmeißen? Nein, nichts dergleichen, einfach verstecken. Unter der Jacke. Den ganzen Abend fragten wir uns, vor wem wir diese Flasche verstecken sollten, wenn die Polizei doch eh wusste, dass wir sie hatten.

Im Park war zum Glück noch nicht viel los und wir hatten guten Blick auf den Turm. Ich bemerkte jedoch, dass es noch 2 Stunden bis 00.00 Uhr waren und ich nicht hier rumstehen mochte. So schlenderten wir zurück zu unserer Bank. Wir konnten von hier den Eifelturm perfekt sehen! Und das im Sitzen! Die beiden Inder hauten auch schon ziemlich schnell ab. Angesprochen wurden wir dann auch noch. Von einem Türken, der kein Deutsch konnte. Ja, soll es heutzutage noch geben. Auf jeden Fall unterhielten wir uns bis um kurz vor Mitternacht mit ihm. Ein sehr witziger Typ. Zum Abschied schenkte er uns noch eine Rose.

Um Mitternacht saßen wir alleine auf der Bank, mit hunderten von Menschen um uns herum, doch wir erfreuten uns trotzdem sehr über den blinkenden Eifelturm. Das Feuerwerk fehlte uns jedoch etwas. Verstehen konnten wir es aber, die Gefahr das jemand zu schaden kam, war einfach zu groß. An Neujahr schworen wir uns, dass das das beste Silvester seit es Silvester gibt war und wir das jetzt jedes Jahr so schön feiern wollten. Bonne anné kam es von überallher. 
Um aber die letzte Metró nach Hause zu schaffen, mussten wir langsam los. So liefen wir um zehn nach zwölf schon auf den vollen Straßen Paris umher, winkten den Menschen, wünschten den schönen Franzosen in ihren Autos ein schönes neues Jahr.

Es war unglaublich voll. Die Straßen und die Gehwege. Wir liefen einfach drauf los, denn wir wussten nicht wo die nächste Metrostation war. Liefen und liefen. Ein paar Mal fragten wir Passanten oder Polizisten nach dem Weg. Die winkten uns nur in eine vage Richtung. Ich fand es umwerfend, dieses pulsierende Silvesterleben. Mitten drin in Menschenmassen, die alle das gleiche feierten wie du. Unser Weg führte uns zur Champs Elyssee. Jetzt war sie noch viel schöner als am Mittag. Die Straße war beleuchtet, es liefen Leute umher, ohne jegliches Ziel, wie es mir vorkam.
Wir hakten uns untereinander ein und liefen zur U-Bahn Station. Die Polizisten versperrten den Eingang.  Ou est le metro?!, hätte ich gerne geschrieen. Ich schrie es dem Typen wirklich fast ins Gesicht. Er hörte sonst nicht anders zu, denn sobald wir stehen geblieben waren, prasselte diese ganze Wörterflut auf uns nieder. Er zeigte mir tatsächlich den Weg, folgte uns aber trotzdem weiterhin. Wir begannen zu rennen, sobald wir die Stufen in den Untergrund erreichten. Und dann begann es erst richtig. Unsere Verfolger verschwanden, denn sie sahen, dass es hier aussichtslos war, noch weiter mitzukommen. Die Menschen drängelten, schoben, rannten an einem vorbei. Es waren so viele. Männer, Frauen, Kinder. Securitys versuchten den Andrang zu den Bahnen irgendwie in Grenzen zu halten, doch dies war gar nicht möglich. Wir schoben uns mit dem Strom nach vorne. Eingekeilt zwischen Leuten, die nicht einmal unsere Sprache sprachen. Ich bekam zwischendrin ernsthafte Panik. Kinder weinten. Die Leute schrieen Anweisungen durch die engen Tunnel. Wir umklammerten die Hand des anderen um uns nicht zu verlieren. Irgendwann wurden wir mit einem Schwall Menschen in die U-Bahn gequetscht. Es ist mir noch immer ein Rätsel, wie wir die richtige Metro erwischten. Aber die Hauptsache war: Wir kamen heile im Hotel an. Sogar die mörderische Kreuzung überquerten wir irgendwie ohne Schaden.

2 replies to “Paris (Tag 3): J‘adore Paris!

  1. hallo wortreich..
    mir gefällt es..
    wie immer schön beschrieben.
    ich habe aber doch eine kleine bitte an dich, denn ich lese gerne deine – ausführlichen und trotzdem interessanten – texte:
    ich verliere manchmal den überblick, weil absätze fehlen.
    magst du – mir zuliebe – ein paar solche einbauen bzw. zukünftig daran denken? 😉
    wenn nicht, ich lese deine texte trotzdem!
    ciao

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