Ed Sheeran & Olly Murs

Was für ein Wochenende. Schon am Freitag freute ich mich ziemlich auf das erste der beiden anstehenden Konzerte. Mich überkam dann jedoch die Erkältung und meine Freude wurde etwas gehemmt.
Um 20:45 Uhr reihten wir uns in die lange Schlange der Wartenden ein und stürmten dann die Halle. Erst drängelten wir uns zwischen tausenden von Leuten in die Mitte, um uns dann doch wieder irgendwo außerhalb an den Rand zu stellen. Erstens konnte man von dort viel besser sehen und zweitens hatte man viel mehr Platz und es wurde nicht gleich so unglaublich heiß.
Wir warteten und warteten und Punkt 22 Uhr wurde er angekündigt. Der Mann mit dem Hut. Der blonde Brite, der in letzter Zeit einen ziemlichen Hype erlebt hat. Als er dann so auf der Bühne stand, in grauen T-Shirt und mit seiner Band, musste ich mir selber auch eingestehen, dass dieser Typ ziemlich cool ist.
Mit „Dance with me tonight“ über „Oh my goodness“ bis hin zu „I’ve tried everything“ eroberte er das Publikum, was so gesehen aus 12 Jährigen bestand. Wir machten uns einen Spaß daraus, immer erst dann zu klatschen, wenn alle aufgehört hatten und ihm blöde zuzuwinken, was immerhin er ziemlich witzig fand.
Olly Murs Bühnentalent ist aufgesetzt, aber auf eine ziemlich nette und sympathische Art und Weise. Kann er ja auch nichts dafür, dass seine Teenie-Fans auf all seine Flirts hereinfallen. So gestand er verschmitzt einem in der ersten Reihe stehenden Groupie „Ich liebe dich“. Er sieht schon recht gut aus, dass muss man ihm lassen. Tanzen kann er ebenfalls. Und wenn er dann mit seinem britisch english zu plaudern beginnt, bin ich sowieso hin und weg. (Da könnte auch sonst wer ankommen, solange es dieses Englisch ist.)

Am nächsten Tag war die Schlange um einiges länger, obwohl auch Olly Murs am Tag zuvor angeblich ausverkauft war. Diesmal musste man sich nur aneinander drängel und wie es immer so ist, sah ich schon nach kurzer Zeit nichts mehr. Es gab auch nichts zu sehen. Weder Instrumente, noch Ed Sheeran. Doch er kam. Auch wieder pünktlich und auch wieder Single (wie bereits auch bei Murs betont wurde). Wieder rastete das weibliche Publikum aus. Unfassbar wie manipulierbar die doch sind. Mit dem ersten Schritt, den er auf die Bühne setzte, war ich das alles auch. Vor allem ein bisschen verliebt – In den Rotschopf mit den blauen Augen.
Ehrfürchtig spielen wir gleich beim ersten Lied seinen Gospelchor, denn er teilt das Publikum in zwei Hälften und lässt uns Kanon singen. Nach dem zweiten Song „Drunk“ reißen die Seiten seiner Gitarre, doch ihn störts wenig, er macht einfach weiter und lässt sich erst nach der Beendung des Lieds die Neue bringen. „Nigel“, seine einzige Begleitung bei all den Konzerten. Mehr brauch er auch nicht. Nur seine Gitarre und seine umwerfende Stimme. Manchmal nicht mal die Gitarre, oder das Mikrofon. Es ist still in der Halle, wenn er es will. Nur eine Geste reicht und es kleben alle an seinen Lippen. Er plaudert immer wieder zwischen den Songs.
Unter den hasserfüllten Blicken der Leute hinter mir, klettere ich auf die Schultern meines Freundes. Sheeran bemerkt es während eines Raps, zwinkert und lächelt. Spätestens jetzt ist es für mich vorbei. Egal ob mein Bein eingeschlafen ist, egal ob ich krank bin und egal ob der Typ hinter mir immer wieder motzt, ich kann hier nicht weg. Ich muss diesem Kerl da zuhören, wie unglaublich gefühlvoll er seine Lieder singt. Natürlich singen alle mit, wenn er’s erlaubt, was er meistens tut.
Er kommt nur für diesen Zwischenstop nach Deutschland, ist eigentlich auf Amerika Tour und sagt, dass er nicht für eine Stunde spielen, um die halbe Welt reist. Er spielt so lange, bis er umfällt. Zum Glück fällt er nicht um, aber auch das Konzert ist viel zu schnell zu Ende. Eine halbe Stunde überzogen. „I’m out of clock“ sagt er immer wieder…
Bei „The A Team“ übertrifft er sich selber. Jeder singt mit.
Sein Abgang von der Bühne ist der bis jetzt emotionalste, den ich auf einem Konzert erlebt habe. Er stimmt ein Lied an. Das Publikum singt mit „When I need to get home you’re my guiding light.“ Er klatscht, singt mit uns, und verlässt rückwärts die Bühne. Das Publikum singt weiter. 5 Minuten, 10 Minuten. Selbst als das Licht angeht und die Leute anfangen die Mirkofone abzubauen und die Radiomusik eingespielt wird, singt das Publikum, lauter und lauter.
Wir verlassen die Halle, weil wir wissen, er wird nicht zurückkommen.

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